Wie viel Geld braucht man zum Leben? Drei Stufen in Zahlen

Grundsicherung, Armutsgefährdungsschwelle, Durchschnitt: die drei Linien nebeneinander, für Singles, Paare und Familien. Und wie du deinen eigenen Betrag aus dem Kontoauszug ermittelst.

Kurzantwort – wie viel Geld braucht man zum Leben? Stand 12. Oktober 2026: Alleinlebende gaben 2024 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 2.042 € im Monat aus, davon 853 € für Wohnen und Energie. Als armutsgefährdet gilt, wer allein lebt und weniger als rund 1.445 € netto im Monat hat (Endergebnis 2025). In der Beispielrechnung des Arbeitsministeriums kommt die Grundsicherung für Alleinstehende auf 982 € samt Wohnkosten. Wie viel du selbst brauchst, entscheidet vor allem deine Miete.

Stand: 12. Oktober 2026 – Daten: Laufende Wirtschaftsrechnungen 2024 (Destatis, veröffentlicht am 17. August 2026), Armutsgefährdung 2025 (Destatis, Endergebnisse, Stand 9. April 2026), Grundsicherung 2026 (BMAS, Stand 1. Juli 2026).

Eine Zahl, die für alle passt, gibt es nicht. Wie viel Geld man zum Leben braucht, hängt davon ab, ob du allein wohnst, zu zweit oder mit Kindern, und vor allem davon, was deine Wohnung kostet. Darum stehen hier drei Stufen nebeneinander: die Untergrenze (Grundsicherung und Armutsgefährdungsschwelle), der Durchschnitt (was Haushalte wirklich ausgeben) und eine Orientierung für „gut leben“. Was wir selbst ausgerechnet haben, ist als „abgeleitet“ markiert. In der Tabelle mit den Endergebnissen gibt Destatis Armutsgefährdungsschwelle und Median als Jahreswerte an; die Monatsbeträge hier sind durch 12 geteilt und gerundet.

Das Wichtigste

  • Untergrenze: In der Beispielrechnung des BMAS kommt die Grundsicherung für Alleinstehende auf 982 € im Monat, Unterkunft und Heizung eingerechnet.
  • Armutsgefährdet ist, wer allein lebt und weniger als rund 1.445 € netto im Monat hat (Endergebnis 2025).
  • Durchschnitt: Alleinlebende gaben 2024 im Schnitt 2.042 € im Monat aus, 41,8 % davon für Wohnen und Energie.
  • Gut leben: Eine amtliche Zahl gibt es nicht. Die Mitte der Einkommen (Median) liegt bei rund 2.408 € netto im Monat.
  • Dein Betrag steht in deinen Kontoauszügen: Fixkosten, variable Ausgaben und Jahreszahlungen geteilt durch 12.

Wie viel Geld braucht man zum Leben? Drei Stufen für eine Person

Wie viel Geld braucht eine Person im Monat zum Leben? Die Tabelle stellt die drei Stufen für einen Ein-Personen-Haushalt nebeneinander. Alle Beträge gelten pro Monat.

Wie viel Geld braucht 1 Person zum Leben: drei Stufen, Stand 12. Oktober 2026. Monatswerte aus Destatis-Jahreswerten sind durch 12 geteilt und gerundet.

StufeReferenzwertBetrag pro MonatArt der Zahl und Quelle
UntergrenzeGrundsicherung, Beispielrechnung des BMAS982 €Bedarf: 563 € Regelbedarf + 419 € Unterkunft und Heizung; BMAS, 2026
UntergrenzeArmutsgefährdungsschwellerund 1.445 € nettoEinkommen: 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens, 17.334 € im Jahr; Destatis, Endergebnis 2025
DurchschnittKonsumausgaben Alleinlebender2.042 €Ausgaben, davon 853 € für Wohnen und Energie; Destatis, LWR 2024
Gut lebenMitte der Einkommen (Median)rund 2.408 € nettoEinkommen: Median des Nettoäquivalenzeinkommens, 28.891 € im Jahr; Destatis, Endergebnis 2025
Gut lebenDurchschnitt ausgeben und 20 % sparenrund 2.550 € nettoRechenbeispiel, keine Statistik: 2.042 € ÷ 0,8

Die Zahlen messen drei verschiedene Dinge. Die Grundsicherung ist ein gesetzlicher Bedarf. Die Armutsgefährdungsschwelle und der Median beschreiben Einkommen. Der Durchschnitt beschreibt Ausgaben. Zieh sie deshalb nicht voneinander ab, und lies keine davon als „so viel bekommst du“ oder „so viel reicht“.

Was dabei oft untergeht: In den Konsumausgaben des Statistischen Bundesamts fehlen Versicherungen, Übertragungen an andere Haushalte oder Organisationen, Tilgung und Zinsen von Krediten und alles, was du sparst. Das Einkommen, das du brauchst, liegt also höher als die Ausgabenzahl. Wer Versicherungen zahlt, einen Kredit abträgt oder etwas zurücklegen will, rechnet das obendrauf.

Was ist das Minimum zum Leben in Deutschland?

Die unterste Linie zieht der Staat. Seit Juli 2026 gilt die neue Grundsicherung für Arbeitsuchende, die Leistung heißt Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld). Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist sie Teil des Systems, das ein menschenwürdiges Existenzminimum sichert.

Sie besteht aus zwei Teilen. Der Regelbedarf bleibt 2026 unverändert: 563 € für Alleinstehende und Alleinerziehende, je 506 € für volljährige Partner, 471 € für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren, 390 € für Kinder von 6 bis 13 und 357 € für Kinder bis 5 Jahre. Er deckt vor allem Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Haushaltsenergie ohne Heizung und Warmwasser sowie die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben. Dazu kommen die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung. Was angemessen ist, legt in der Regel der örtlich zuständige kommunale Träger fest.

Beispielrechnungen des BMAS für 2026

Grundsicherungsgeld 2026 in den Beispielrechnungen des BMAS, ohne anderes Einkommen. Die Wohnkosten sind Beispielwerte aus der Arbeitsmarktstatistik (November 2025), keine Obergrenzen: Was angemessen ist, legt die Kommune fest.

HaushaltRegelbedarfeUnterkunft und HeizungZusammen pro Monat
Alleinstehend563 €419 €982 €
(Ehe-)Paar1.012 €559 €1.571 €
Alleinerziehend, 1 Kind (4 Jahre)1.122,68 €620 €1.742,68 €
(Ehe-)Paar, 2 Kinder (4 und 12 Jahre)1.759 €895 €2.654 €

Beim Alleinerziehenden-Haushalt ist der Mehrbedarf für Alleinerziehende schon eingerechnet. Kinder und Jugendliche erhalten zusätzlich Leistungen für Bildung und Teilhabe. Auf den Tag umgerechnet sind die 563 € Regelbedarf rund 18,50 € (abgeleitet: 563 € × 12 ÷ 365), und zwar für alle Posten des Regelbedarfs, ohne Miete und Heizung.

Heißt das, man kann mit 982 € leben? Nicht unbedingt: Die Beträge sind Beispielrechnungen, kein Versprechen. Grundsicherung deckt den Bedarf nur, soweit Einkommen oder Vermögen ihn nicht decken. Ob und wie viel dir zusteht, hängt von Einkommen, Vermögen und Miete ab. Die offizielle Quelle ist das Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Leistungen und Bedarfe in der Grundsicherung für Arbeitsuchende.

Ab wann ist man in Deutschland armutsgefährdet?

Nach der Definition der EU gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung hat. Für eine alleinlebende Person lag diese Schwelle 2025 laut Statistischem Bundesamt bei 17.334 € netto im Jahr, also nach Steuern und Sozialabgaben. Das sind rund 1.445 € im Monat (2024: rund 1.381 €). Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren waren es 36.402 € im Jahr, also rund 3.034 € im Monat (2024: 2.900 €).

Das sind die Endergebnisse vom April 2026. In der Pressemitteilung vom Februar 2026 standen als Erstergebnis noch 1.446 € und 3.036 € im Monat, deshalb findest du im Netz beide Zahlen. Die Einkommen hinter den Werten für 2025 stammen aus dem Jahr 2024.

Für größere Haushalte rechnet Destatis mit Gewichten nach der modifizierten OECD-Skala: Die erste erwachsene Person zählt 1, jede weitere Person ab 14 Jahren 0,5 und jedes Kind unter 14 Jahren 0,3. Für einige Haushaltstypen veröffentlicht Destatis die Schwelle direkt:

Armutsgefährdungsschwelle 2025, netto (Destatis, Endergebnisse, Stand 9. April 2026). Monatswert = Jahreswert ÷ 12, gerundet.

HaushaltGewichtSchwelle pro JahrSchwelle pro Monat
Alleinlebend117.334 €rund 1.445 €
Alleinerziehend mit 1 Kind unter 141,322.535 €rund 1.878 €
2 Erwachsene1,526.001 €rund 2.167 €
2 Erwachsene mit 2 Kindern unter 142,136.402 €rund 3.034 €

Laut Erstergebnis vom Februar 2026 lagen 16,1 % der Bevölkerung unter dieser Grenze, rund 13,3 Millionen Menschen. Bei Alleinlebenden waren es 30,9 %, bei Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten 28,7 %. Wichtig: Die Schwelle beschreibt Einkommen, nicht, was das Leben kostet. Ob rund 1.445 € für dich reichen, hängt vor allem von deiner Miete ab.

Wie viel geben Haushalte im Monat wirklich aus?

Die neuesten Zahlen kommen aus den Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) 2024 des Statistischen Bundesamts, veröffentlicht am 17. August 2026. Seit 2024 werden dafür jedes Jahr 12.000 Haushalte befragt, Haushalte von Selbstständigen sind nicht dabei.

Konsumausgaben privater Haushalte 2024 nach Haushaltstyp, Durchschnitt je Haushalt und Monat (Destatis, LWR, Stand 17. August 2026). „Ohne Wohnen“ ist abgeleitet.

PostenAlleinlebendeAlleinerziehendePaare ohne KindPaare mit Kind(ern)Alle Haushalte
Konsumausgaben gesamt2.042 €2.790 €3.885 €4.664 €3.257 €
Wohnen, Energie, Instandhaltung853 €1.065 €1.353 €1.582 €1.181 €
Ohne Wohnen (abgeleitet)rund 1.189 €rund 1.725 €rund 2.532 €rund 3.082 €rund 2.076 €
Nahrungsmittel, Getränke, Tabak270 €420 €519 €696 €457 €
Verkehr231 €327 €551 €686 €448 €
Freizeit, Sport, Kultur170 €276 €394 €456 €309 €
Gastronomie und Beherbergung116 €155 €288 €317 €215 €

So liest du die Tabelle: „Alleinerziehende“ und „Paare mit Kind(ern)“ heißt hier: mit ledigen Kindern unter 18 Jahren, egal wie vielen. Eine Aufteilung nach Kinderzahl gibt es nicht, eine Zeile „Familie mit zwei Kindern“ also auch nicht. „Ohne Wohnen“ zieht den ganzen Posten ab, also auch Energie und Instandhaltung. Bei Alleinlebenden gehen 41,8 % der Ausgaben in Wohnen und Energie, im Schnitt aller Haushalte 36,3 %. Wie sich die Lebensmittelzeile zusammensetzt, zeigt der Ratgeber zu den Lebensmittelkosten pro Monat.

Wie viel ist das pro Tag?

Ein Alleinlebenden-Haushalt gab 2024 rund 67 € am Tag aus, ohne Wohnen rund 39 € (abgeleitet: Monatswert × 12 ÷ 365).

Warum andere Seiten 1.918 € nennen

Manche Ratgeber nennen für eine Person 1.918 € im Monat. Diese Zahl stammt aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023, der größeren Erhebung, die Destatis alle fünf Jahre durchführt. Dort gaben Alleinlebende 1.918 € aus, Alleinerziehende 2.594 €, Paare ohne Kind 3.523 € und Paare mit Kind(ern) 4.305 €. Beide Zahlen stimmen, sie kommen nur aus verschiedenen Erhebungen. Die LWR 2024 ist die neuere. Eine Steigerung zwischen beiden auszurechnen wäre unsauber.

Wie viel Geld braucht man, um gut zu leben?

Eine amtliche Zahl für „gut leben“ gibt es nicht. Was sich sauber angeben lässt, sind zwei Orientierungspunkte für eine Person:

  • Die Mitte der Einkommen: rund 2.408 € netto. Der Median des Nettoäquivalenzeinkommens lag 2025 laut Destatis bei 28.891 € im Jahr. Die Hälfte der Menschen hat mehr, die Hälfte weniger. Das Äquivalenzeinkommen rechnet jeden Haushalt auf eine alleinlebende Person um, der Wert taugt also als Vergleich für Singles.
  • Durchschnittlich leben und 20 % sparen: rund 2.550 € netto. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Statistik. Wer so viel ausgibt wie der Durchschnitt der Alleinlebenden (2.042 €) und nach der 50-30-20-Regel zusätzlich 20 % seines Nettos zurücklegen will, braucht 2.042 € ÷ 0,8.

Das Rechenbeispiel ist eher knapp gerechnet: Versicherungen und Kreditraten stecken in den 2.042 € nicht drin. Hast du noch keinen Notgroschen, kommt der obendrauf. Wie hoch er sein sollte, erklärt der Ratgeber Notgroschen: Wie hoch sollte er sein?. Was eine monatliche Sparrate über die Jahre ergibt, zeigt der Sparrechner, und wie du die Rate jeden Monat zusammenbekommst, steht unter Geld sparen: Tipps, die jeden Monat wirken.

Frag Martia, wie viel du im Schnitt wirklich ausgibst

Frag auf Deutsch: „Wie viel habe ich in den letzten drei Monaten im Schnitt pro Monat ausgegeben?“ Die Antwort kommt aus deinen Umsätzen, nicht aus einer Tabelle. Dafür verbindest du einmal dein Girokonto.

Sprich mit Martia

Wie viel Geld brauchst du? So rechnest du deinen Betrag aus

Die Tabellen zeigen, was andere ausgeben. Deinen eigenen Betrag findest du in deinen Kontoauszügen. So gehst du vor:

  1. Nimm die Kontoauszüge der letzten drei Monate. Ein einzelner Monat täuscht leicht. Hast du mehrere Konten oder eine Kreditkarte, gehören alle dazu.
  2. Zähl die Fixkosten zusammen: Miete und Nebenkosten, Strom, Versicherungen, Kreditraten, Handy und Internet, Abos und Daueraufträge. Das meiste davon läuft als Lastschrift oder Dauerauftrag.
  3. Rechne die variablen Ausgaben aus: Lebensmittel, Drogerie, Mobilität, Freizeit, Essen gehen und Bargeldabhebungen. Nimm den Durchschnitt der drei Monate.
  4. Teile Jahreszahlungen durch 12: etwa Kfz-Versicherung, Jahresabos oder Mitgliedsbeiträge.
  5. Leg Puffer und Sparbetrag obendrauf: für Unvorhergesehenes und für das, was du zurücklegen willst.
  6. Vergleiche mit der Zeile für deinen Haushaltstyp: am besten den Wert „ohne Wohnen“ mit deinen eigenen Ausgaben ohne Miete und Energie. So verzerrt deine Miete den Vergleich nicht.

Zählen Lebensmittel zu den Fixkosten? Nein. Lebensmittel sind variable Ausgaben: Du kaufst sie jeden Monat, aber der Betrag schwankt. Wer lieber mit einem Formular rechnet, nimmt den Haushaltsrechner. Welche Miete zu deinem Netto passt, zeigt der Rechner Wie viel Miete kann ich mir leisten?. Fehlt am Monatsende Geld und du weißt nicht, wohin es geht, hilft Wo bleibt mein Geld?. Ob du das Ganze per App oder Tabelle führst, vergleicht Haushaltsbuch: App oder Excel?.

Frag Martia: Was brauchst du im Monat?

Statt drei Monate Kontoauszüge abzutippen, kannst du fragen. Martia ist die KI, mit der du über dein Geld sprichst. Sie greift per Open Banking nur lesend auf deine Umsätze zu (Enable Banking, über 2.500 Banken in Europa) und antwortet auf Deutsch. Fragen, die zu dieser Seite passen:

  • „Wie viel habe ich in den letzten drei Monaten im Schnitt pro Monat ausgegeben?“
  • „Wie viel davon ging für Miete und Nebenkosten weg?“
  • „Welche festen Abbuchungen gehen jeden Monat raus?“
  • „Wie viel bleibt mir im Schnitt am Monatsende übrig?“

Regelmäßige monatliche Abbuchungen wie Miete, Versicherungen oder Abos zeigt Martia von selbst. Alles andere, also Jahreszahlungen, Lebensmittel, Verkehr oder Bargeldabhebungen, findest du, indem du im Chat danach fragst. Was Martia nicht kann, gehört auch hierher: Es gibt keine Limits oder Alarme, keine manuellen Buchungen (Bargeld siehst du nur als Abhebung) und keinen CSV-Export. Kündigen musst du selbst, Martia kündigt nichts.

Paare können Martia zu zweit nutzen: Du lädst deine Partnerin oder deinen Partner per E-Mail ein. Mehr dazu unter Haushaltsbuch-App für Paare. Jede Woche schickt Martia eine E-Mail mit Beobachtungen. Martia läuft im Browser, Apps im App Store oder bei Google Play gibt es noch nicht. Der Preis: 9 € pro Monat oder 59 € pro Jahr. Wie die Kontoanbindung funktioniert, erklärt Open Banking: Was ist das und ist es sicher?.

Frag Martia, wie viel du zum Leben brauchst

Eine Frage auf Deutsch, eine Antwort aus deinen Buchungen: Fixkosten, variable Ausgaben und was am Monatsende übrig bleibt.

Sprich mit Martia

Was tun, wenn das Geld nicht zum Leben reicht?

Liegt dein Einkommen unter den Linien dieser Seite oder reicht es trotzdem nicht bis zum Monatsende, helfen zuerst drei Schritte:

Die Grundsicherung deckt den Bedarf nur, soweit Einkommen und Vermögen ihn nicht decken. Ob dir etwas zusteht, prüft diese Seite nicht. Die offizielle Übersicht hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Häufige Fragen

Wie viel Geld braucht ein Single im Monat zum Leben?

Alleinlebende gaben 2024 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 2.042 € im Monat aus (Laufende Wirtschaftsrechnungen, veröffentlicht im August 2026). Davon gingen 853 € in Wohnen, Energie und Instandhaltung, für alles andere blieben rund 1.189 € (abgeleitet). Manche Ratgeber nennen 1.918 €: Das ist die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023, eine andere Erhebung. Die untere Linie ist die Armutsgefährdungsschwelle von rund 1.445 € netto im Monat (Endergebnis 2025). Beachte, dass die Konsumausgaben weder Versicherungen noch Kreditraten noch Sparen enthalten. Das Nettoeinkommen, das ein Single braucht, liegt deshalb über der Ausgabenzahl. Um wie viel, entscheidet vor allem die eigene Miete.

Wie viel Geld braucht eine Person am Tag zum Leben?

Auf den Tag umgerechnet gab ein Alleinlebenden-Haushalt 2024 rund 67 € aus. Ohne Wohnen, Energie und Instandhaltung waren es rund 39 € pro Tag. Zum Vergleich: Der Regelbedarf der Grundsicherung von 563 € im Monat entspricht rund 18,50 € pro Tag. Darin sind Miete und Heizung nicht enthalten, die kommen gesondert dazu. Alle drei Tageswerte sind abgeleitet, gerechnet als Monatsbetrag mal 12 geteilt durch 365. Sie sind Durchschnitte und Rechengrößen, kein Tagesbudget, das für jeden passt. Wie viel du selbst am Tag brauchst, hängt vor allem davon ab, wie viel deine Wohnung kostet.

Kann man mit 700 € im Monat leben?

Allein und mit eigener Miete kaum. 700 € liegen unter der Beispielrechnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für die Grundsicherung 2026: Dort kommt eine alleinstehende Person auf 982 €, davon 419 € für Unterkunft und Heizung. Der Regelbedarf allein beträgt 563 € und enthält keine Wohnkosten. Die Armutsgefährdungsschwelle für Alleinlebende ist mit rund 1.445 € netto im Monat (Endergebnis 2025) mehr als doppelt so hoch. Ob dir staatliche Unterstützung zusteht, hängt von Einkommen, Vermögen und Miete ab. Die offizielle Übersicht findest du beim BMAS unter „Leistungen und Bedarfe in der Grundsicherung für Arbeitsuchende“. Wer mit wenig Geld auskommen muss, fängt am besten bei den Fixkosten an.

Wie viel Geld braucht man zu zweit?

Paare ohne Kind gaben 2024 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 3.885 € im Monat aus. Davon entfielen 1.353 € auf Wohnen, Energie und Instandhaltung, für alles andere blieben rund 2.532 € (abgeleitet). Die Armutsgefährdungsschwelle für zwei Erwachsene lag 2025 bei 26.001 € netto im Jahr, also rund 2.167 € im Monat. In der Beispielrechnung des BMAS kommt die Grundsicherung für ein Paar auf 1.571 € einschließlich Wohnkosten. Wollt ihr wissen, was ihr zusammen wirklich ausgebt, lädt einer von euch den anderen per E-Mail zu Martia ein. Dann könnt ihr beide im Chat fragen, wie viel im Schnitt pro Monat rausgeht.

Wie viel Geld braucht eine Familie mit zwei Kindern?

Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag die Armutsgefährdungsschwelle 2025 bei 36.402 € netto im Jahr, also rund 3.034 € im Monat (Endergebnis). In der Beispielrechnung des BMAS kommt die Grundsicherung für ein Paar mit Kindern von 4 und 12 Jahren auf 2.654 €, Wohnkosten eingerechnet; Kinder und Jugendliche erhalten zusätzlich Leistungen für Bildung und Teilhabe. Für die Ausgaben gibt es nur eine gröbere Zahl: Paare mit Kind(ern) unter 18 Jahren gaben 2024 im Schnitt 4.664 € im Monat aus, davon 1.582 € für Wohnen und Energie. Das Statistische Bundesamt trennt dabei nicht nach Kinderzahl. Die Zeile gilt also für ein, zwei oder mehr Kinder.

Ab wann ist man in Deutschland armutsgefährdet?

Nach der Definition der Europäischen Union gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung hat. 2025 lag diese Grenze laut Statistischem Bundesamt für eine alleinlebende Person bei 17.334 € netto im Jahr, rund 1.445 € im Monat. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren waren es 36.402 €, rund 3.034 € im Monat. Größere Haushalte werden gewichtet: erste erwachsene Person 1, jede weitere Person ab 14 Jahren 0,5, jedes Kind unter 14 Jahren 0,3. Laut Erstergebnis vom Februar 2026 waren 16,1 % der Bevölkerung armutsgefährdet, rund 13,3 Millionen Menschen, bei Alleinlebenden 30,9 %. Die Einkommen hinter den Werten für 2025 beziehen sich auf das Jahr 2024.

Wie viel Geld braucht man, um gut zu leben?

Eine amtliche Zahl gibt es dafür nicht. Zwei Orientierungspunkte für eine Person lassen sich aber angeben. Erstens die Mitte der Einkommen: Der Median des Nettoäquivalenzeinkommens lag 2025 laut Statistischem Bundesamt bei 28.891 € im Jahr, rund 2.408 € im Monat. Die Hälfte der Menschen hat mehr, die Hälfte weniger. Zweitens ein Rechenbeispiel, keine Statistik: Wer so viel ausgibt wie der Durchschnitt der Alleinlebenden (2.042 €) und nach der 50-30-20-Regel 20 % seines Nettos zurücklegt, braucht rund 2.550 € netto. Dein eigener Betrag hängt von Miete und Gewohnheiten ab. Was du heute ausgibst, rechnet Martia aus deinen Umsätzen aus, wenn du im Chat danach fragst.

Wie finde ich heraus, wie viel Geld ich selbst zum Leben brauche?

Geh die Kontoauszüge der letzten drei Monate durch. Zähl zuerst die Fixkosten zusammen, also Miete, Strom, Versicherungen, Kreditraten, Abos und Daueraufträge. Dann kommen die variablen Ausgaben wie Lebensmittel, Mobilität und Freizeit, und Jahreszahlungen teilst du durch zwölf. Leg einen Puffer und deinen Sparbetrag obendrauf. Vergleiche das Ergebnis mit der Destatis-Zeile für deinen Haushaltstyp, am besten mit dem Wert ohne Wohnen, damit deine Miete den Vergleich nicht verzerrt. Mit Martia fragst du stattdessen im Chat, etwa: „Wie viel habe ich in den letzten drei Monaten im Schnitt ausgegeben?“ Regelmäßige monatliche Abbuchungen zeigt Martia von selbst. Martia läuft im Browser und kostet 9 € pro Monat oder 59 € pro Jahr.

Quellen

  • Statistisches Bundesamt (Destatis): „Armutsgefährdungsschwelle für ausgewählte Haushaltstypen, Median und Durchschnitt des Nettoäquivalenzeinkommens“, EU-SILC, Endergebnisse, Stand 9. April 2026, gelesen am 12. Oktober 2026: destatis.de, Armutsgefährdungsschwelle und Median
  • Destatis: Pressemitteilung Nr. 039 vom 3. Februar 2026, „16,1 % der Bevölkerung in Deutschland sind armutsgefährdet“, gelesen am 12. Oktober 2026: destatis.de, PM Nr. 039
  • Destatis: „Struktur der Konsumausgaben privater Haushalte nach dem Haushaltstyp 2024“, Laufende Wirtschaftsrechnungen, Stand 17. August 2026, gelesen am 12. Oktober 2026: destatis.de, LWR 2024 nach Haushaltstyp
  • Destatis: Glossar „(Netto-)Äquivalenzeinkommen“, modifizierte OECD-Skala, gelesen am 12. Oktober 2026: destatis.de, Glossar Äquivalenzeinkommen
  • Destatis: Pressemitteilung Nr. 290 vom 17. August 2026, „Haushalte geben im Schnitt knapp ein Zehntel ihrer Konsumausgaben für Freizeit, Sport und Kultur aus“ (Methode der LWR, was nicht zu den Konsumausgaben zählt), gelesen am 12. Oktober 2026: destatis.de, PM Nr. 290
  • Destatis: „Struktur der Konsumausgaben privater Haushalte nach dem Haushaltstyp 2023“, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, Stand 24. Juni 2026, gelesen am 12. Oktober 2026: destatis.de, EVS 2023 nach Haushaltstyp
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): „Leistungen und Bedarfe in der Grundsicherung für Arbeitsuchende“ mit Regelbedarfen und Beispielrechnungen 2026, Stand 1. Juli 2026, gelesen am 12. Oktober 2026: bmas.de, Grundsicherung für Arbeitsuchende
  • Monatswerte der Armutsgefährdungsschwellen und des Medians sind die Jahreswerte von Destatis geteilt durch 12. Abgeleitete Werte („ohne Wohnen“, Tageswerte, Rechenbeispiel rund 2.550 €) sind eigene Berechnungen aus den genannten Zahlen von Destatis und BMAS. Die veröffentlichten Werte sind gerundet, Abweichungen von 1 bis 2 € sind möglich.

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Sprich mit Martia →Artikel von Martia — der KI, mit der du auf Deutsch über dein Geld sprichst.