Ausgaben höher als Einnahmen: Was tun, wenn jeden Monat Geld fehlt?

Ein monatliches Minus ist keine Charakterschwäche, sondern eine Rechnung, die nicht aufgeht. Hier ist der Plan für die ersten 72 Stunden und die drei Wochen danach.

Wenn deine Ausgaben höher sind als deine Einnahmen, fang nicht mit Sparen an, sondern mit einer Diagnose. Schreib alle Konten und Salden an einen Ort, liste jede wiederkehrende Zahlung auf und zieh sie vom Nettoeinkommen ab. Erst diese Zahl zeigt dir dein echtes Defizit, und erst dann weißt du, wo du kürzen musst.

Am Monatsanfang ist Geld auf dem Konto. Am Monatsende steht ein Minus, der Dispo springt ein, die Kreditkarte wird nur teilweise ausgeglichen, und du wartest auf das Gehalt. Wie im letzten Monat. Und im Monat davor. Das ist kein Mangel an Willenskraft. Es ist ein Leck im Haushalt, und Lecks kann man finden.

Dieser Artikel ist ein Plan für die ersten 72 Stunden, nachdem dir das klar geworden ist. Er ersetzt keine Schuldnerberatung, aber er sagt dir ehrlich, ab wann du eine brauchst.

Das Wichtigste

  • Diagnose vor Kürzungen: Die ersten 24 Stunden gehören nicht dem Sparen, sondern einer Liste aller Konten und Salden an einem Ort.
  • Der 72-Stunden-Stopp-Plan hat drei Schritte: Diagnose, Liste der wiederkehrenden Zahlungen, Suche nach dem größten Leck.
  • Erst kürzen, dann mehr verdienen: Kürzungen wirken in Tagen, Gehaltserhöhungen in Monaten.
  • Offene Kreditkanäle wie Dispo, Kreditkarte und Ratenkauf halten jedes Defizit am Leben, solange sie offen bleiben.
  • Hält das Minus trotz echter Kürzungen länger als sechs Monate an, ist es kein Budgetproblem mehr, sondern ein Fall für eine Schuldnerberatung.

Woran erkenne ich, dass ich mehr ausgebe als ich verdiene?

Ein Haushaltsdefizit bedeutet, dass die Ausgaben eines Haushalts in einem Zeitraum höher sind als seine Einnahmen. Im echten Leben zeigt es sich selten sofort als rote Zahl. Zuerst schrumpft der Puffer, dann wird der Kreditkartensaldo nicht mehr voll ausgeglichen, dann rutscht das Girokonto regelmäßig in den Dispo, und irgendwann kommen Ratenkäufe dazu.

Welche Warnsignale übersieht man leicht?

Wenn du zwei oder mehr der folgenden Punkte wiedererkennst, hat dein Budget eine negative Bilanz, auch wenn das Konto auf den ersten Blick normal aussieht. Keiner dieser Punkte sagt etwas über dich als Person aus. Sie beschreiben nur, wie ein Defizit von außen aussieht.

  • Der Kontostand vor dem Gehaltseingang ist jeden Monat etwas niedriger als im Vormonat, obwohl keine großen Anschaffungen dabei waren.
  • Alltägliche Einkäufe wie Lebensmittel, Tanken oder das Mittagessen laufen über die Kreditkarte, weil auf dem Girokonto nichts mehr ist.
  • Die Kreditkartenabrechnung wird nur in Teilbeträgen beglichen, weil der volle Betrag nicht ins Gehalt passt.
  • Du nutzt Klarna, PayPal Ratenzahlung oder Rechnungskauf, um Zahlungen in den nächsten Monat zu schieben.
  • Du zählst ab dem 20. die Tage bis zum Gehalt und weißt schon, dass es ohne Dispo nicht reicht.

Wenn dir davon etwas bekannt vorkommt, bist du damit nicht allein. Laut Destatis (2025) gab ein durchschnittlicher Haushalt 2023 rund 3.030 € im Monat für den privaten Konsum aus. Ein Durchschnitt sagt aber nichts darüber, ob es in deinem Haushalt aufgeht.

Warum gebe ich jeden Monat mehr aus als ich verdiene?

Ein monatliches Defizit entsteht selten durch eine einzige große Entscheidung, sondern durch ein Dutzend kleiner Lecks, die zusammen über dem Einkommen liegen. Einzeln fallen sie nicht auf. Deshalb funktioniert der Vorsatz "ich gebe ab jetzt weniger aus" meistens nicht: Du weißt nicht, was genau du kürzen sollst.

Welche drei Mechanismen erzeugen ein Defizit?

  • Lifestyle-Inflation: Du verdienst mehr als vor ein paar Jahren, aber das Budget wächst automatisch mit. Besserer Handyvertrag, teurere Einkäufe, neue Abos. Das Einkommen steigt in Stufen, die Ausgaben folgen jeder Stufe sofort.
  • Unsichtbare wiederkehrende Zahlungen: Abos, Verträge, Versicherungen, ein Kontomodell mit Gebühr. Alles geht per Lastschrift an verschiedenen Tagen von verschiedenen Karten ab. Du siehst die Summe nie, also reagierst du nicht. Mehr dazu in Zu viel Geld für Abos?.
  • Offene Kreditkanäle: Kreditkarte, Dispo, Ratenkauf, Rechnungskauf. Jeder davon lässt dich Geld ausgeben, das du nicht hast. Dein Kopf behandelt den verfügbaren Rahmen wie eigenes Geld. Die Bank nicht.

Mythos und Wirklichkeit: Willenskraft

Mythos: "Ich gebe zu viel aus, weil ich schwach bin. Mit mehr Disziplin wäre das Problem weg." Wirklichkeit: Wer sein Budget im Griff hat, braucht dafür nicht mehr Willenskraft, sondern eine Umgebung, in der er weniger davon braucht: automatische Überweisungen aufs Sparkonto, klare Grenzen, ein Blick auf alle Konten. Das ist eine Frage der Architektur, nicht des Charakters.

Wenn du dich fragst, warum trotz guter Vorsätze nie etwas übrig bleibt, findest du die häufigsten Gründe in Warum kann ich nicht sparen?. Die gute Nachricht an allen drei Mechanismen: Sie sind sichtbar, sobald du alles an einem Ort hast.

Haushaltsbudgets in Deutschland in Zahlen

3.030 €private Konsumausgaben je Haushalt und Monat (Destatis EVS, 2023)
2.302 €mittleres äquivalenzgewichtetes Nettoeinkommen pro Monat (Eurostat EU-SILC, 2024)
20,0 %Bruttosparquote der privaten Haushalte (Eurostat, 2024)

Wie stoppe ich das Defizit in 72 Stunden? Der 72-Stunden-Stopp-Plan

Der 72-Stunden-Stopp-Plan ist Martias Methode aus drei Schritten für die ersten drei Tage, nachdem du dein Defizit bemerkt hast. Jeder Schritt dauert etwa einen Tag und hat genau ein Ergebnis. Überspring keinen, denn jeder baut auf dem vorigen auf.

Schritt 1 (0 bis 24 Stunden): Wie bekomme ich alle Salden an einen Ort?

Melde dich bei jeder Bank an, bei der du ein Konto hast. Schreib den aktuellen Stand jedes Girokontos, Tagesgeldkontos, jeder Kreditkarte, des Dispos, jedes Ratenkredits und jedes offenen Ratenkaufs bei Klarna oder PayPal auf. Wirklich jeden. Dann bildest du zwei Summen: A ist, was du hast (alle Guthaben), B ist, was du schuldest (Karten, Dispo, Kredite, Ratenkäufe).

A minus B ist deine echte Nettolage. Für viele ist das das erste Mal, dass sie diese Zahl sehen, und es ist der unangenehmste Moment des ganzen Prozesses. Gönn dir einen Augenblick. Dann geh weiter, denn ab hier wird es konkreter und leichter.

Schritt 2 (24 bis 48 Stunden): Welche Zahlungen gehen jeden Monat automatisch ab?

Öffne die Umsätze der letzten drei Monate und notiere jede wiederkehrende Zahlung: Miete (oft ein Dauerauftrag), Strom, Internet, Handy, Kreditraten, Versicherungen, Rundfunkbeitrag, Abos wie Netflix, Spotify oder Amazon Prime, Fitnessstudio, Kita, Kontoführungsgebühr. Alles, was jeden Monat ohne deine Entscheidung abgeht. Die Liste wird lang, meist länger als erwartet. Genau das ist der Grund, warum du sie bisher nicht im Kopf behalten konntest.

Schritt 3 (48 bis 72 Stunden): Wo ist das größte Leck?

Nettoeinkommen minus Summe der wiederkehrenden Zahlungen ergibt deinen echten Spielraum. Ist das Ergebnis positiv, reicht aber trotzdem nicht bis zum Monatsende, liegt das Problem bei den variablen Ausgaben: Essen, Spontankäufe, Mobilität. Ist das Ergebnis negativ, liegt es bei den Fixkosten, und Kürzungen beim Essen werden nicht reichen. Such dir die drei größten Posten und streich zuerst die, deren Wegfall dein Leben nicht verändert.

Beispiel: ein Monat mit Loch

  • Max Mustermann hat 2.200 € netto im Monat.
  • Miete 900 €, Nebenkosten und Strom 300 €.
  • Abos und Verträge zusammen 150 €, Kreditrate 250 €.
  • Am Monatsende steht das Konto bei minus 200 €.

Die Fixkosten liegen bei 900 + 300 + 150 + 250 = 1.600 €. Bleiben 2.200 − 1.600 = 600 € für alles andere. Das Konto rutscht trotzdem 200 € ins Minus, also gehen etwa 800 € für variable Ausgaben ab. Weil der Spielraum nach Fixkosten positiv ist, sitzt das Leck hier bei den variablen Ausgaben und bei den 150 € Abos. Wer drei ungenutzte Abos für zusammen 60 € kündigt und die Lieferdienste halbiert, kommt ohne einen Euro weniger fürs Essen daheim in die Nähe der Null.

Der häufigste Fehler

Wer sofort beim Kaffee to go und beim Wocheneinkauf anfängt, obwohl das eigentliche Leck in den Abos, Verträgen oder Raten liegt, hat das Defizit bald wieder.

Was mache ich nach den ersten 72 Stunden?

Nach der Diagnose kommen drei Wochen Stabilisierung, in denen du sie in echte Entlastung verwandelst. Das Ziel ist nicht Reichtum, sondern ein Monat, der bei null oder im Plus endet statt im Minus. Jede Woche hat einen Schwerpunkt.

Woche 1: Welche Abos und Verträge kann ich sofort kündigen?

Nimm die Liste aus Schritt 2 und streiche alles, was du ohne Einschnitt im Alltag loswerden kannst: ungenutzte Abos, doppelte Versicherungen, ein Kontomodell mit Gebühr, wenn du die Leistungen nicht brauchst, Apps aus einem Probeabo, einen Handytarif mit mehr Datenvolumen als du nutzt. Wie viel dabei herauskommt, ist sehr unterschiedlich, deshalb nenne ich hier keine Zahl. Der Blick lohnt sich fast immer. Eine Anleitung zum Aufspüren versteckter Posten findest du in Wo bleibt mein Geld?.

Woche 2: Wie schließe ich die Kanäle, über die neue Schulden entstehen?

  • Kreditkarte: Onlinezahlungen in der Banking-App sperren oder das Limit senken.
  • Dispo: Bei der Bank anrufen und den Rahmen senken oder streichen lassen, wenn das möglich ist.
  • Ratenkauf und Rechnungskauf: Klarna und PayPal Ratenzahlung aus den Zahlungsoptionen deiner Lieblingsshops entfernen.
  • Bestehende Ratenkredite: weiter bedienen, aber in dieser Woche keinen neuen aufnehmen.

Solange diese Kanäle offen sind, landet jede unerwartete Ausgabe wieder auf Kredit. Das ist kein Misstrauen gegen dich selbst, sondern Schutz vor einem Moment, in dem du müde bist und die Waschmaschine kaputtgeht.

Woche 3: Brauche ich einen Notgroschen, obwohl ich im Minus bin?

Ja, ein kleiner, auch bevor die Schulden weg sind. Ein paar hundert Euro auf einem separaten Konto verhindern, dass jede Zahnarztrechnung dich zurück an den Anfang wirft. Wie groß er später werden sollte, steht in Notgroschen aufbauen.

Frag Martia, wo dein Geld hinfließt

Schreib Martia auf Deutsch: "Welche wiederkehrenden Zahlungen habe ich?" und bekomm die Antwort aus deinen echten Umsätzen.

Sprich mit Martia

Was sollte ich zuerst kürzen, wenn das Geld nicht reicht?

Zuerst kommen die wiederkehrenden Ausgaben, die du im Alltag gar nicht bemerkst, dann die flexiblen variablen Ausgaben, und nur wenn beides nicht reicht, die Grundbedürfnisse. Der klassische Spartipp lautet "verzichte auf den Coffee to go". Das ist psychologisch teuer und finanziell zu wenig. Die großen Hebel liegen in Ausgaben, die du gar nicht als Kauf wahrnimmst.

Reihenfolge der Kürzungen

KategorieSchmerz der ÄnderungReihenfolge
Ungenutzte AbosKeinerZuerst
Kontogebühren, doppelte VersicherungenKeinerZuerst
Handy- und Internettarif über BedarfKeinerZuerst
Essen außer Haus, LieferdiensteMittelZweite Welle
Spontankäufe onlineMittelZweite Welle
Taxi, Uber, BoltMittelZweite Welle
Miete und WohnkostenHochNur wenn der Rest nicht reicht
Lebensmittel daheim, MedikamenteHochNicht anfassen

Diese Reihenfolge umzudrehen lohnt sich nicht. Kürzungen bei den Grundbedürfnissen sind am schwersten durchzuhalten, und ein Rückfall landet schnell wieder auf dem Dispo. Kleine Defizite lassen sich oft schon mit der ersten Welle schließen. Größere brauchen die zweite, und wenn es danach immer noch fehlt, geht es um Fixkosten wie Wohnung oder Auto.

Zur Orientierung: Laut Destatis (EVS 2023) entfallen rund 37,5 % der Konsumausgaben deutscher Haushalte auf Wohnen und Energie. Wenn dein Anteil deutlich darüber liegt, ist die Wohnung vermutlich dein größter Hebel, auch wenn er der schwerste ist. Weitere Methoden für laufende Einsparungen findest du in Jeden Monat Geld sparen.

Ist es besser, mehr zu verdienen oder weniger auszugeben?

Kurze Antwort: erst kürzen, dann das Einkommen steigern. Nicht weil Sparen besser wäre als Verdienen, sondern weil beides auf sehr verschiedenen Zeitskalen wirkt und dein Problem jetzt drängt.

Ein gekündigtes Abo wirkt ab der nächsten Abbuchung. Ein neu verhandelter Handyvertrag in wenigen Wochen, verkaufte Dinge aus dem Keller ebenso. Eine Gehaltserhöhung, ein Jobwechsel oder ein Nebenverdienst brauchen dagegen meist Monate, bis sie zuverlässig auf dem Konto ankommen. Wer auf sie wartet, finanziert die Zwischenzeit über den Dispo.

Der zweite Grund ist weniger offensichtlich. Wer mehr verdient, ohne vorher die Ausgaben im Blick zu haben, landet oft in der Lifestyle-Inflation: Das Plus verschwindet in höheren Ausgaben, und das Defizit kommt auf einem neuen, höheren Niveau zurück. Erst die Struktur stabilisieren, dann Treibstoff nachfüllen.

Wann hat mehr Einkommen Vorrang?

In zwei Fällen dreht sich die Reihenfolge um: wenn deine Fixkosten nach einer vollständigen Prüfung schon am realistischen Minimum sind und trotzdem ein Minus bleibt, und wenn dein Einkommen so niedrig ist, dass es auch mit perfektem Budget nicht reicht. Als grober Anhaltspunkt: Die Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt lag laut Destatis (2024) bei 1.378 € im Monat. Wenn das auf dich zutrifft, lies Mit wenig Geld auskommen, und prüf, ob dir Leistungen wie Wohngeld zustehen.

Woran erkenne ich, dass das Problem über Budgetplanung hinausgeht?

Es gibt einen Punkt, an dem ein Budgetplan allein nicht mehr reicht und jeder weitere Sparversuch nur Stress erzeugt. Diesen Punkt zu erkennen ist keine Niederlage, sondern finanzielle Erwachsenheit.

  • Das Defizit hält trotz echter Sparversuche länger als sechs Monate an.
  • Die Summe deiner Kreditraten liegt über der Hälfte deines monatlichen Nettoeinkommens.
  • Du nimmst neue Kredite auf, um alte zu bezahlen.
  • Mahnungen oder Inkassoschreiben kommen, oder dein Konto wurde gepfändet.
  • Du kannst keinen normalen Kredit mehr bekommen, weil Einträge dich blockieren.

In diesen Fällen ist der erste Schritt ein Gespräch mit einer anerkannten Schuldnerberatung. Die gibt es bei Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Verbraucherzentralen (Verbraucherzentrale, 2025). Der zweite ist ein Gespräch mit deiner Bank über eine Umschuldung oder Stundung. In wirklich ernsten Lagen gibt es auch die Verbraucherinsolvenz als gesetzlich vorgesehenen Neustart. Wie ein strukturierter Abbau aussieht, steht in Schulden abbauen: Plan Schritt für Schritt.

Hilft ein neuer Kredit, wenn das Geld nicht reicht?

Meistens vertieft er das Problem. Bei einem strukturellen Defizit verschiebt ein Kredit die Krise nur um ein paar Wochen und legt Zinsen obendrauf. Sinnvoll ist er nur bei einem einmaligen Schock, den du sicher in kurzer Zeit zurückzahlst, oder um mehrere teure Schulden zu einer günstigeren zusammenzufassen. Wenn sich das Geld auch nach einer Prüfung der wiederkehrenden Ausgaben nicht findet, brauchst du eine Beratung, keinen weiteren Kredit.

Wie sehe ich alle Konten und wiederkehrenden Zahlungen auf einen Blick?

Das größte Hindernis beim Weg aus dem Minus ist nicht fehlende Motivation, sondern fehlende Sicht. Mit einem Girokonto bei der Sparkasse, einer Kreditkarte bei einer anderen Bank und zwei offenen Ratenkäufen musst du dich für das Gesamtbild in mehrere Apps einloggen und von Hand addieren. Das machst du einmal, vielleicht zweimal. Dann nicht mehr.

Genau dieses Hindernis nimmt Martia weg. Martia verbindet sich per Open Banking lesend mit deinen Konten, über Enable Banking, einen lizenzierten Kontoinformationsdienst, bei Banken in ganz Europa und im Vereinigten Königreich. Martia ordnet jede Buchung einer Kategorie zu, rechnet die Ausgaben zusammen und antwortet im Chat. Du fragst auf Deutsch "Welche Abos zahle ich gerade?" oder "Wie viel ging im März für Lieferdienste raus?" und bekommst die Antwort aus deinen echten Umsätzen. Das ist Schritt 1 und 2 des 72-Stunden-Stopp-Plans, ohne Excel.

Was Martia kann und was nicht

Martia hat nur Lesezugriff: Es löst keine Zahlung aus und bewegt kein Geld. Grenzen legst du selbst fest, Martia speichert sie nicht und schickt keine Warnungen, du fragst im Chat nach. Einmal pro Woche kommt eine E-Mail mit Beobachtungen. Seit dem 25. Juli 2023 fragt die Bank laut Delegierter Verordnung (EU) 2022/2360 spätestens alle 180 Tage nach einer neuen Zustimmung, manche Banken früher. Ist der Zugang abgelaufen, zeigt die App die Bank mit einem Button zum Neuverbinden, und die Historie bleibt erhalten. Martia kostet 9 € im Monat oder 59 € im Jahr, eine kostenlose Version gibt es nicht.

Wenn du wissen willst, wie die Verbindung technisch funktioniert und warum sie sicher ist, lies Was ist Open Banking?. Und wer mehrere Konten bündeln will, findet in Mehrere Bankkonten in einer App den Überblick.

Starte den 72-Stunden-Stopp-Plan im Chat

Rede mit Martia über dein Defizit und geh die drei Schritte gemeinsam durch, ohne Tabelle und ohne Rechnen von Hand.

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Häufige Fragen

Ich gebe mehr aus als ich verdiene. Was soll ich zuerst tun?

Fang mit einer Diagnose an, nicht mit Kürzungen. Schreib alle Konten und Salden an einen Ort, liste jede wiederkehrende Zahlung wie Miete, Raten, Abos und Versicherungen auf und zieh die Summe vom Nettoeinkommen ab. Das Ergebnis ist dein echtes Defizit. Erst dann weißt du, was du kürzen musst, sonst sind die Kürzungen zufällig und du stehst nach zwei Monaten wieder am Anfang.

Wie höre ich auf, jeden Monat neue Schulden zu machen?

Die monatlichen Schulden sind ein Symptom, das eigentliche Problem ist ein Defizit im festen Budget. Berechne zuerst, wie groß es ist, und schließe es dann von zwei Seiten: Kürze wiederkehrende Ausgaben wie ungenutzte Abos und doppelte Versicherungen, und schließe die Kanäle für neue Schulden, also Dispo, Kreditkartenlimit, Klarna und PayPal Ratenzahlung. Solange diese offen sind, landet jede unerwartete Ausgabe wieder auf Kredit.

Was ist der 72-Stunden-Stopp-Plan?

Der 72-Stunden-Stopp-Plan ist eine Methode von Martia für die ersten drei Tage nach dem Erkennen eines Haushaltsdefizits. Tag 1: alle Konten und Salden an einem Ort notieren. Tag 2: alle wiederkehrenden Zahlungen der letzten drei Monate auflisten. Tag 3: Einnahmen minus Fixkosten rechnen, die drei größten Lecks finden und zuerst die streichen, deren Wegfall den Alltag nicht verändert.

Was sollte ich zuerst kürzen, wenn das Geld nicht reicht?

Zuerst wiederkehrende Ausgaben, die du kaum bemerkst: ungenutzte Abos, doppelte Versicherungen, Kontogebühren, zu große Handytarife. Danach flexible variable Ausgaben wie Lieferdienste, Essen außer Haus und Spontankäufe. Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Wohnen und Medikamente kommen nur dran, wenn alles andere nicht reicht, denn Kürzungen dort sind am schwersten durchzuhalten.

Ist eine Kreditkarte ein Werkzeug oder eine Falle?

Das hängt davon ab, wo du gerade stehst. Wenn du den Saldo regelmäßig von Monat zu Monat mitnimmst, ist sie eine Falle, weil die Zinsen auf den offenen Betrag schneller wachsen, als du sparen kannst. Solange du im Defizit bist, sperr Onlinezahlungen oder senk das Limit. Wenn du wieder im Plus bist und die Abrechnung jeden Monat voll ausgleichst, kann sie wieder ein Werkzeug sein.

Wann brauche ich eine Schuldnerberatung?

Wenn das Defizit trotz echter Sparversuche länger als sechs Monate anhält, deine Kreditraten mehr als die Hälfte deines Nettoeinkommens ausmachen, du neue Kredite für alte aufnimmst oder Inkasso und Pfändung drohen. Dann hilft eine anerkannte Schuldnerberatung; die gibt es laut Verbraucherzentrale (2025) bei Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Verbraucherzentralen. Das ist kein Scheitern, sondern der vernünftige nächste Schritt.

Soll ich einen Kredit aufnehmen, wenn das Geld nicht reicht?

In den meisten Fällen nicht. Bei einem dauerhaften Defizit verschiebt ein Kredit die Krise nur und fügt Zinsen hinzu. Sinnvoll ist er nur bei einem einmaligen Schock, den du bald sicher zurückzahlen kannst, oder um mehrere teure Schulden zu einer günstigeren zusammenzufassen. Prüf vorher alle wiederkehrenden Ausgaben, und wenn das Geld sich dort nicht findet, sprich mit einer Beratung statt mit einer Bank.

Quellen

  • Destatis, EVS 2023: Lebenshaltungskosten privater Haushalte (2025), destatis.de
  • Destatis, Konsumausgaben privater Haushalte (2025), destatis.de
  • Eurostat, Living conditions in Europe: poverty and social exclusion (2024), ec.europa.eu
  • Verbraucherzentrale (2025), Schuldnerberatungen: So erkennen Sie unseriöse Angebote, verbraucherzentrale.de
  • Europäische Union (2022), Delegierte Verordnung (EU) 2022/2360, Erneuerung der Einwilligung nach 180 Tagen, eur-lex.europa.eu
  • Eurostat, Household saving rate (2025), ec.europa.eu

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