Haushaltsbuch: App oder Excel? Der ehrliche Vergleich 2026

Eine Excel-Tabelle ist ein Dashboard, das du von Hand füttern musst. Martia ist die KI, mit der du auf Deutsch über dein Geld sprichst: Du fragst, die Antwort kommt aus deinen echten Umsätzen.

Ein Haushaltsbuch in einer App sammelt deine Einnahmen und Ausgaben automatisch, weil die App die Umsätze direkt von deiner Bank holt und selbst einsortiert. Ein Haushaltsbuch in Excel gibt dir volle Kontrolle über Aufbau, Kategorien und Auswertungen, verlangt dafür aber, dass du jede Zahlung von Hand einträgst. Welche Methode besser ist, hängt weniger vom Werkzeug ab als davon, wie viel Handarbeit du auf Dauer leisten willst.

Öffne einmal deine Haushaltsbuch-Tabelle. Wann hast du die letzte Zeile eingetragen? Wenn die Antwort „letzte Woche“ lautet: Respekt. Wenn sie „weiß ich nicht mehr“ lautet, bist du in guter Gesellschaft. Eine Tabelle scheitert selten an der Formel. Sie scheitert an dem Abend, an dem niemand Lust auf Abtippen hat. Dieser Artikel zeigt, wo Excel gewinnt, wo es verliert, welche Apps es in Deutschland gibt und woran du in sechs Wochen erkennst, welche Methode zu dir passt.

Das Wichtigste

  • Excel gibt dir volle Kontrolle: eigene Kategorien, eigene Formeln, die Datei bleibt bei dir. Der Preis ist, dass du jeden Umsatz selbst einträgst.
  • Eine App mit Kontoverbindung holt die Umsätze per Open Banking von der Bank und ordnet sie einer Kategorie zu. Abtippen und Vergessen fallen weg.
  • Der Alltag ist bargeldlos und kleinteilig: 7,9 Milliarden Girocard-Zahlungen gab es 2024 in Deutschland (girocard), jede davon eine Zeile, die in einer Tabelle jemand eintragen müsste.
  • Der Sechs-Wochen-Test von Martia: Hast du deine Tabelle sechs Wochen am Stück nicht lückenlos geführt, ist Handarbeit nicht deine Methode. Das sagt nichts über dich, nur über die Methode.
  • Beides geht zusammen: die App für den Alltag, Excel für Jahresvergleiche und eigene Prognosen.

Kurze Empfehlung

  • Du willst nichts mehr abtippen: Martia — holt die Umsätze aller verbundenen Konten und beantwortet deine Fragen dazu auf Deutsch
  • Du liebst eigene Auswertungen: Excel mit CSV-Export aus dem Online-Banking — volle Freiheit bei Formeln, Pivot-Tabellen und Diagrammen
  • Der beste Kompromiss: Martia plus Excel — die App für den Alltag, die Tabelle einmal im Quartal für die langen Linien
  • Du willst mit festen Töpfen planen: Die Umschlagmethode — feste Beträge pro Kategorie, die du selbst festlegst

Was unterscheidet ein Haushaltsbuch in der App von einer Excel-Tabelle?

Ein Haushaltsbuch in der App ist ein System, in dem die Umsätze deines Girokontos automatisch ankommen: Die App verbindet sich mit deiner Bank und ordnet jede Buchung einer Kategorie zu, ohne dass du etwas tun musst. Ein Haushaltsbuch in Excel ist ein System, in dem du jede Zahlung selbst einträgst und Kategorien, Formeln und Diagramme selbst baust.

Der Unterschied liegt also nicht darin, was erfasst wird. Beide Methoden zählen Einnahmen und Ausgaben. Er liegt darin, wer die Arbeit macht. In Excel arbeitest du. In der App arbeitet die Software. Entscheiden musst du in beiden Fällen selbst.

Warum sich der Vergleich überhaupt lohnt

Weil beide Seiten gute Argumente haben. Excel ist flexibel, die Datei gehört dir, und es gibt keine Abhängigkeit von einem Anbieter. Eine App ist bequem und verlangt keine tägliche Disziplin. Viele Ratgeber tun so, als wäre die Sache entschieden: App gut, Tabelle schlecht. Das stimmt nicht. Jedes Werkzeug löst ein anderes Problem, und die Frage ist, welches Problem du hast.

Wenn du unabhängig vom Werkzeug wissen willst, wie du dein Budget in den Griff bekommst, lies zuerst „Haushaltsbudget im Griff behalten“.

Warum wirkt Excel wie die bessere Wahl?

Eine Tabellenkalkulation ist ein Werkzeug, das dir die volle Kontrolle über Datenstruktur, Kategorien und Auswertung gibt, ohne Vorgaben eines Anbieters. Fair ist fair: Excel hat echte Stärken, die keine App so nachbaut.

Keine laufenden Kosten, keine Abhängigkeit

Google Tabellen und LibreOffice Calc kosten kein Geld, und Microsoft bietet Excel im Browser mit einem Microsoft-Konto an. Du zahlst kein Abo, du bist von keiner Firma abhängig, und niemand kann dir nächstes Jahr die Preise ändern oder den Dienst abschalten. Die Datei gehört dir.

Volle Freiheit beim Aufbau

Du willst Tanken getrennt vom Deutschlandticket sehen? Neue Spalte. Du willst das erste Quartal mit dem ersten Quartal des Vorjahres vergleichen? Eine Formel. Du willst ein Diagramm, das genau so aussieht, wie du es dir vorstellst? Machst du. Diese Freiheit im Modellieren bietet dir keine App.

Privatsphäre und offline

Eine Tabelle auf deiner Festplatte schickt keine Daten an einen Server. Niemand sieht deine Ausgaben, niemand sortiert deine Umsätze. Wer genau das will und trotzdem nicht abtippen möchte, hat in Deutschland eine eigene Kategorie: MoneyMoney für den Mac ruft Konten über HBCI/FinTS und PSD2 ab und speichert alles lokal in einer mit AES-256 verschlüsselten Datenbank, für einmalig 79,99 €, allerdings nur unter macOS.

Excel ist also kein schlechtes Werkzeug. Wer das behauptet, hat nie eine gute Tabelle gebaut. Das Problem liegt woanders.

Wo verliert die Excel-Tabelle gegen eine App?

Die Tabelle verliert in dem Moment, in dem das tägliche Führen mehr Disziplin verlangt, als der Alltag hergibt. Das ist keine Charakterfrage. Es liegt daran, wie in Deutschland heute bezahlt wird: oft, klein und ohne Kassenzettel in der Hand.

Jede Zahlung von Hand, jede Woche, ohne Pause

Jede Ausgabe musst du selbst eintragen. Jede. Der Kaffee beim Bäcker, das Tanken bei Aral, der Wocheneinkauf bei Rewe, die Lastschrift für Strom und das Spotify-Abo. Laut girocard gab es 2024 in Deutschland 7,9 Milliarden Zahlungen mit der Girocard, rund 90 % davon kontaktlos. Wer kontaktlos zahlt, hat danach nichts in der Hand, das ihn abends ans Eintragen erinnert. Dazu kommen PayPal, Klarna und die Lastschriften, die ohne dein Zutun abgehen.

Das Problem mit der Zeile „Sonstiges“

Du kennst das. Der Monat ist vorbei, du öffnest die Tabelle, und in „Sonstiges“ steht ein Betrag, den du nicht erklären kannst. Vor drei Wochen war ein anstrengender Tag, fünf Zahlungen sind nicht eingetragen worden, und sie aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren war zu mühsam. Also landet alles in der Sammelzeile. Das Ergebnis ist ein Haushaltsbuch, das dir nicht mehr die Wahrheit sagt. Wie solche unsichtbaren Ausgaben entstehen, beschreibt „Wo bleibt mein Geld?“.

Mehrere Konten, mehrfache Arbeit

Girokonto bei der Sparkasse, Tagesgeld bei einer Direktbank, die Kreditkarte woanders? In Excel lädst du bei jeder Bank einen CSV-Export herunter, öffnest jede Datei und kopierst die Zeilen zusammen. Jede Bank hat ihr eigenes Format. Die Buchungstexte sind voller SEPA-Kürzel: EREF+ für die Ende-zu-Ende-Referenz, MREF+ für die Mandatsreferenz, CRED+ für die Gläubiger-ID, und erst hinter SVWZ+ steht, wofür du eigentlich gezahlt hast. Ein Einkauf über PayPal oder Klarna erscheint oft nur als „PAYPAL“ oder „KLARNA“, ohne den Namen des Shops. Einmal im Monat schafft man das vielleicht. Jede Woche eher nicht.

Mythos vs. Realität

Mythos: „Ein Excel-Haushaltsbuch braucht nur fünf Minuten am Tag, wenn man alles sofort einträgt.“

Realität: „Sofort eintragen“ setzt voraus, dass du nach jedem Einkauf das Handy oder den Laptop zückst und eine Zeile anlegst. Im echten Leben verschiebt man das auf den Abend, dann aufs Wochenende, dann auf „wenn ich mal Zeit habe“. Nicht, weil der Wille fehlt, sondern weil eine Gewohnheit, die jeden Tag gepflegt werden will, schwerer zu halten ist als das Sparen selbst.

Wie Deutschland bezahlt und warum Abtippen so viel Arbeit macht

7,9 Mrd.Zahlungen mit der Girocard in Deutschland 2024 (girocard)
90 %der Girocard-Zahlungen laufen kontaktlos, ohne Beleg in der Hand (girocard, 2024)
28,5 %Anteil von PayPal an den Online-Zahlungen im deutschen Handel (EHI, 2025)
3.030 €Konsumausgaben eines Durchschnittshaushalts pro Monat (Destatis, EVS 2023)

Quellen: girocard, Jahreszahlen 2024, EHI Online-Payment 2025 (via Statista), Destatis, EVS 2023 (PD25_438)

Was kann eine Haushaltsbuch-App, was die Tabelle nicht kann?

Eine Haushaltsbuch-App mit Kontoverbindung ist ein Werkzeug, das die Umsätze deines Girokontos per Open Banking abruft und jede Buchung ohne dein Zutun einer Kategorie zuordnet. Grundlage ist die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2: Mit deiner Einwilligung bekommt ein Kontoinformationsdienst Lesezugriff auf dein Konto.

Die Umsätze kommen von selbst

Du verbindest dein Konto einmal. Ab dann landet jede Buchung in der App, ob Überweisung, Girocard-Zahlung, Lastschrift oder Dauerauftrag. Nichts eintragen, nichts exportieren, nichts vergessen. Das ist der Unterschied zwischen Schritte-Zählen im Kopf und einem Schrittzähler: Die Daten sammeln sich, ob du daran denkst oder nicht. Was dabei technisch passiert und warum eine frische Kartenzahlung manchmal erst später auftaucht, erklärt „Bankkonto mit App synchronisieren“.

Jede Buchung bekommt eine Kategorie

Die App erkennt, was eine Buchung ist, und ordnet sie zu. Edeka wird zu Lebensmittel, Aral zu Tanken, Netflix zu Abos. Du musst nicht überlegen, in welche Spalte eine Zahlung gehört, und es gibt keine Sammelzeile, in der Lücken verschwinden. Liegt die App einmal daneben, korrigierst du die Kategorie, statt sie jedes Mal neu zu vergeben.

Alle Konten in einer Ansicht

Sparkasse, Direktbank, N26: Eine App mit Open Banking bringt die Konten verschiedener Banken zusammen. Du siehst alle Umsätze an einer Stelle, ohne zwischen drei Banking-Apps zu springen. Wie das im Detail funktioniert, zeigt „Mehrere Bankkonten in einer App“.

Fragen statt Filtern

In Excel beantwortest du die Frage „Wie viel habe ich im März für Lebensmittel ausgegeben?“ mit einem Filter und einer Summe. Mit Martia stellst du sie einfach, auf Deutsch, und bekommst die Antwort aus deinen echten Umsätzen, über alle verbundenen Konten.

Seien wir ehrlich: Auch eine App hat Grenzen

Deine Umsätze liegen dann nicht nur bei dir, sondern auch beim Anbieter der App. Der Bankzugang läuft nicht ewig: Nach der Delegierten Verordnung (EU) 2022/2360 bestätigst du ihn spätestens alle 180 Tage erneut bei deiner Bank, manche Banken fragen früher. Martia warnt nicht vorher; ist der Zugang abgelaufen, zeigt die App die Bank mit der Schaltfläche „Erneut verbinden“. Martia setzt dir auch keine Budgets und schickt keine Warnungen. Grenzen pro Kategorie legst du selbst fest; Martia sortiert, rechnet zusammen und antwortet. Und wer eigene Modelle, Pivot-Tabellen und Szenarien bauen will, findet die Freiheit von Excel in keiner App.

Keine Lust mehr, Umsätze abzutippen?

Verbinde dein Girokonto einmal und frag Martia dann auf Deutsch, was du wissen willst: „Was habe ich diesen Monat für Tanken ausgegeben?“ Die Antwort kommt aus deinen echten Umsätzen, ohne eine einzige Zeile in einer Tabelle.

Sprich mit Martia

App oder Excel: der Vergleich in einer Tabelle

Der Vergleich zwischen Haushaltsbuch-App und Excel-Tabelle entscheidet sich an zehn Kriterien, vom täglichen Aufwand bis zur Frage, wem die Daten gehören. So schneiden beide ab:

Haushaltsbuch-App mit Kontoverbindung und Excel-Tabelle im Vergleich.

KriteriumApp mit KontoverbindungExcel-Tabelle
ErfassungAutomatisch, die Umsätze kommen von der BankVon Hand, jede Zahlung einzeln
Aufwand pro WocheKurzer Blick auf die ZahlenEintragen, kategorisieren, prüfen
KategorienAutomatisch zugeordnet, korrigierbarVon Hand vergeben
Mehrere BankenEine Ansicht für alle verbundenen KontenCSV-Export von jeder Bank, zusammenkopiert
AuswertungenDie Ansichten der App, bei Martia auch Fragen im ChatUnbegrenzt: Formeln, Pivot-Tabellen, Diagramme
KostenJe nach App; Martia 9 € pro Monat oder 59 € pro JahrGoogle Tabellen und LibreOffice Calc kosten kein Geld
Wo die Daten liegenBeim Anbieter der App, Zugriff per PSD2 nur lesendIn deiner Datei
DranbleibenLäuft weiter, auch in stressigen WochenHängt an deiner Disziplin
UnterwegsAuf dem Handy, als App oder im BrowserMöglich, aber mühsam
AbhängigkeitVom Anbieter der AppKeine

Empfehlung: Im Alltag gewinnt die App, weil sie weniger Arbeit macht und auch in schlechten Wochen weiterläuft. Bei Auswertungen und Privatsphäre gewinnt Excel. Wenn dir beides wichtig ist, kombiniere die beiden.

Welche Apps ersetzen die Tabelle in Deutschland?

Wer die Tabelle ablösen will, hat in Deutschland mehr Auswahl als in vielen anderen Ländern. So stehen die Lösungen da, nach Angaben der Anbieter, Stand August 2026:

Haushaltsbuch-Lösungen in Deutschland, nach Anbieterangaben (Stand August 2026).

LösungKontoanbindungPreisPasst, wenn …
MartiaOpen Banking über Enable Banking, Banken in Europa und im Vereinigten Königreich9 € pro Monat oder 59 € pro Jahrdu Fragen zu deinem Geld auf Deutsch stellen willst, statt Filter zu bauen
Sparkassen-App (Finanzplaner)Multibanking, auch Konten anderer Bankenohne Aufpreisdein Girokonto ohnehin bei einer Sparkasse liegt
finanzblick (Buhl)HBCI/FinTS, laut Anbieter über 4.000 Banken und Sparkassen in Deutschlandohne Kostendu Banking und Überblick in einem Programm willst
Finanzgurueigener bei der BaFin registrierter KontoinformationsdienstGrundversion ohne Kosten; Plus laut finanzguru.de 0,99 € pro Wochedein Schwerpunkt Verträge und Versicherungen sind
Outbanklaut Anbieter über 4.500 Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz3,99 € pro Monat oder 39,99 € pro Jahrdu eine reine Multibanking-App für den DACH-Raum suchst
MoneyMoneyHBCI/FinTS und PSD2, Daten lokal verschlüsselteinmalig 79,99 €du am Mac arbeitest und deine Daten bei dir behalten willst
Excel, Google Tabellen, LibreOffice Calckeine, CSV-Export von HandGoogle Tabellen und LibreOffice Calc kosten kein Gelddu eigene Auswertungen liebst und die Disziplin fürs Eintragen hast

Einen ausführlichen Vergleich der Apps findest du in „Die beste Haushaltsbudget-App 2026“, den direkten Vergleich mit Spendee in „Alternative zu Spendee“.

Für wen passt Excel, für wen die App?

Die Wahl zwischen Tabelle und App ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern davon, wie du mit deinem Geld umgehst. Ein einfacher Test hilft bei der Entscheidung.

Der Sechs-Wochen-Test von Martia

Der Sechs-Wochen-Test von Martia prüft, ob ein Haushaltsbuch von Hand zu dir passt. Die Regel: Hast du deine Tabelle (oder dein Heft) sechs Wochen am Stück nicht ohne Lücke geführt, ist Handarbeit nicht deine Methode. Nicht, weil du faul wärst. Sondern weil ein Haushaltsbuch von Hand eine tägliche Gewohnheit verlangt, und die ist schwerer zu halten als das Sparen selbst.

Excel passt zu dir, wenn …

… du gern mit Daten arbeitest und eigene Modelle baust. Du hast ein Girokonto und überschaubar viele Umsätze. Privatsphäre ist dir wichtiger als Bequemlichkeit. Du brauchst eigene Berichte: Jahresvergleiche, Prognosen, Szenarien nach dem Muster „Was wäre, wenn“. Und du hast die Zeit und die Disziplin, regelmäßig einzutragen.

Eine App passt zu dir, wenn …

… du Konten bei mehreren Banken hast. Du hast schon einmal ein Haushaltsbuch angefangen und wieder aufgehört. Du willst wissen, wo du stehst, ohne dafür Zeit zu investieren. Aufwendige Auswertungen interessieren dich nicht; du willst eine Antwort auf „Wie viel habe ich diesen Monat für Essen ausgegeben?“. Du triffst lieber Entscheidungen, als Daten zu sammeln.

Beides, wenn du das ganze Bild willst

Am besten funktioniert oft die Kombination. Die App sammelt im Alltag, damit die Daten ohne dein Zutun vollständig bleiben. Excel nimmst du einmal im Quartal für Prognosen, Trends und große Anschaffungen. Die App nimmt dir die Disziplin ab, die Tabelle gibt dir die Tiefe. Wer lieber mit festen Beträgen pro Kategorie plant, findet in „Die Umschlagmethode“ eine dritte Variante.

Wie wechselst du ohne Stress von Excel zur App?

Der Umstieg von der Tabelle zur App bedeutet nicht, dass deine bisherigen Daten verloren gehen. Du tauschst nur das Werkzeug für den Alltag aus. Drei Schritte machen den Wechsel leicht.

1. Lösch die Tabelle nicht

Behalte deine bisherige Excel-Datei als Archiv. Die Zahlen der letzten Jahre sind für Jahresvergleiche wertvoll, und keine App ersetzt deine eigene Historie. Übertrag die alten Umsätze nicht in die App. Fang mit einem sauberen Stand an.

2. Verbinde dein Girokonto mit der App

Wähl eine App mit Open Banking, zum Beispiel Martia, und verbinde dein Girokonto: Du meldest dich im Fenster deiner Bank an und bestätigst den Zugriff per TAN oder Freigabe in der Banking-App. Die App bekommt nur Lesezugriff und kann kein Geld bewegen. Ab diesem Moment kommen die Umsätze von selbst. Eine Anleitung Schritt für Schritt steht in „Girokonto mit App verbinden“.

3. Zwei Wochen parallel, dann entscheiden

Führ in den ersten zwei Wochen beides nebeneinander, Tabelle und App. Danach vergleichst du: Wie viel Zeit hat dich jede Methode gekostet? Ist die Tabelle noch auf dem aktuellen Stand? Reicht dir das Bild, das die App zeigt? Wenn die Tabelle nach zwei Wochen Lücken hat und die App vollständig ist, hast du deine Antwort.

Gründer von Martia

Vom Gründer

Ich habe zweimal versucht, mein Budget in Excel zu führen. Beim ersten Mal habe ich nach drei Wochen aufgehört, beim zweiten Mal nach fünf. Nicht aus Mangel an Motivation, sondern weil ich keine Geduld hatte, jeden Monat Hunderte Buchungen von vier Konten bei drei Banken abzutippen. Deshalb habe ich Martia gebaut: damit ein Haushaltsbuch Entscheidungen verlangt, keine Disziplin.

So sieht dein Haushaltsbuch ohne Excel aus

Martia holt die Umsätze deiner verbundenen Konten und sortiert sie in Kategorien. Du fragst auf Deutsch, etwa „Wofür ist im August das meiste Geld draufgegangen?“, und bekommst die Antwort, ohne eine einzige Zahl einzutippen.

Sprich mit Martia

Häufige Fragen

Reicht Excel als Haushaltsbuch?

Excel reicht, wenn du ein einziges Girokonto hast, wenige Umsätze im Monat und Freude daran, jeden Abend ein paar Zeilen einzutragen. Schwierig wird es mit mehreren Konten bei verschiedenen Banken, mit Kartenzahlungen, PayPal-Käufen und Lastschriften, die alle einzeln abgetippt und einer Kategorie zugeordnet werden wollen. Wer gern eigene Formeln und Auswertungen baut, ist mit Excel gut bedient. Wer vor allem dranbleiben will, fährt mit einer App besser, die die Umsätze selbst von der Bank holt.

Was ist der größte Nachteil eines Haushaltsbuchs in Excel?

Der größte Nachteil ist die Handarbeit: Jede Zahlung muss jemand eintragen, und genau dieser Schritt fällt als Erstes weg, wenn eine Woche stressig wird. Danach landen die Lücken in einer Sammelzeile „Sonstiges“, und die Tabelle zeigt ein Bild, das nicht mehr stimmt. Dazu kommt der Aufwand mit mehreren Banken: Jede Bank exportiert ihre Umsätze in einem eigenen Format, und die Buchungstexte enthalten Kürzel wie EREF+ oder SVWZ+, die du erst lesbar machen musst.

Kann ich Umsätze aus dem Online-Banking in Excel importieren?

Ja, viele Banken bieten im Online-Banking einen Export der Umsätze als CSV-Datei an, die du in Excel, Google Tabellen oder LibreOffice Calc öffnen kannst. Rechne aber mit Nacharbeit. Deutsche Buchungstexte tragen SEPA-Kürzel wie EREF+ (Ende-zu-Ende-Referenz), MREF+ (Mandatsreferenz), CRED+ (Gläubiger-ID) und SVWZ+, hinter dem der eigentliche Verwendungszweck steht. Beträge stehen mit Dezimalkomma (1.234,56), Daten als TT.MM.JJJJ. Einkäufe über PayPal oder Klarna erscheinen oft nur als „PAYPAL“ oder „KLARNA“ statt mit dem Namen des Shops. Die Kategorien vergibst du danach trotzdem von Hand.

Welche App ersetzt Excel als Haushaltsbuch?

In Deutschland kommen mehrere Lösungen in Frage, nach Angaben der Anbieter (Stand August 2026): die Sparkassen-App mit Finanzplaner und Multibanking ohne Aufpreis, finanzblick von Buhl ohne Kosten und mit HBCI/FinTS-Anbindung, Finanzguru mit einer Grundversion ohne Kosten und einem Plus-Abo, Outbank für 3,99 € im Monat oder 39,99 € im Jahr und MoneyMoney für einmalig 79,99 €, allerdings nur für macOS. Martia ist die KI, mit der du auf Deutsch über die Umsätze aller verbundenen Konten sprichst, etwa „Wie viel habe ich im März bei Rewe und Edeka ausgegeben?“. Martia kostet 9 € im Monat oder 59 € im Jahr.

Was kostet eine Haushaltsbuch-App?

Die Spanne ist groß, nach Angaben der Anbieter im August 2026: finanzblick und der Finanzplaner der Sparkassen-App kosten nichts, Finanzguru hat eine Grundversion ohne Kosten und ein Plus-Abo, das finanzguru.de mit 0,99 € pro Woche bewirbt. Outbank kostet 3,99 € im Monat oder 39,99 € im Jahr, MoneyMoney einmalig 79,99 €, YNAB 14,99 US-Dollar im Monat oder 109 US-Dollar im Jahr. Martia kostet 9 € im Monat oder 59 € im Jahr. Eine Tabelle in Google Tabellen oder LibreOffice Calc kostet kein Geld, dafür deine Zeit.

Ist eine Haushaltsbuch-App mit Kontoverbindung sicher?

Eine App, die per Open Banking nach der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 arbeitet, bekommt nur Lesezugriff auf Kontostände und Umsätze. Du meldest dich im Fenster deiner eigenen Bank an, nicht in der App, und bestätigst mit TAN oder Freigabe. Eine Überweisung kann die App über diesen Zugang nicht auslösen. Martia nutzt dafür den Dienstleister Enable Banking, liest nur Daten und bewegt nie Geld. Eine Excel-Datei liegt dagegen bei dir, ist aber ohne eigenes Zutun nicht verschlüsselt und schnell einmal versehentlich weitergeleitet.

Wie oft muss ich die Bankverbindung einer App erneuern?

Spätestens alle 180 Tage. Nach der Delegierten Verordnung (EU) 2022/2360 bestätigst du den Zugriff eines Kontoinformationsdienstes in diesem Abstand erneut bei deiner Bank; manche Banken fragen früher. Martia warnt nicht vorher. Wenn der Zugang abgelaufen ist, zeigt die App die betroffene Bank mit der Schaltfläche „Erneut verbinden“, und du bestätigst den Zugriff wie beim ersten Mal im Fenster deiner Bank.

Kann ich Excel und eine Haushaltsbuch-App kombinieren?

Ja, und für viele ist das die beste Lösung. Die App übernimmt den Alltag: Sie holt die Umsätze von der Bank, ordnet jede Buchung einer Kategorie zu und rechnet die Ausgaben zusammen. Excel bleibt für die langen Linien: Jahresvergleiche, eigene Prognosen, das Szenario für den Umzug oder das neue Auto. Die Rohdaten dafür lädst du bei Bedarf als CSV aus dem Online-Banking. So nimmt dir die App die tägliche Disziplin ab, und die Tabelle liefert die Tiefe.

Was ist für den Anfang besser, Excel oder eine App?

Wenn du noch nie ein Haushaltsbuch geführt hast, fang mit einer App an, die sich mit deinem Girokonto verbindet. Du musst keine Tabelle aufbauen, keine Kategorien erfinden und nicht an das Eintragen denken; die Umsätze sind vom ersten Tag an da. Wenn du nach ein paar Monaten tiefer einsteigen willst, nimm Excel als zweites Werkzeug für eigene Auswertungen dazu.

Quellen und Literatur

Weiterlesen

Sprich mit Martia →Artikel von Martia — der KI, mit der du auf Deutsch über dein Geld sprichst.
Haushaltsbuch: App oder Excel? Der Vergleich 2026 | Martia