Eine Multibanking-App verbindet sich per Open Banking (PSD2) mit mehreren Banken gleichzeitig und zeigt Kontostände und Umsätze aller Konten in einer einzigen Ansicht. In Deutschland funktioniert das mit Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, Direktbanken und Neobanken wie N26 oder Revolut, und zwar ohne dass du ein einziges Konto kündigen musst.
Du öffnest die Sparkassen-App. Kontostand: 1.847,20 €. Schließen. Dann die App der Direktbank, wo das Tagesgeld liegt: 4.300 €. Schließen. Dann N26 für die Karte, die du im Urlaub benutzt. Dann Revolut, weil da noch Pfund von der letzten Reise drauf sind. Du rechnest im Kopf, verrechnest dich, fängst neu an. Und dann fällt dir das Gemeinschaftskonto ein. Wie viel hast du eigentlich insgesamt? Dieser Artikel zeigt dir, wie du das einmal einrichtest und danach nie wieder zusammenrechnen musst.
Das Wichtigste
- Mehrere Konten sind normal. Das Problem ist nicht ihre Zahl, sondern dass jede Bank nur ihren Ausschnitt zeigt
- Die Ein-Blick-Methode: jede Bank einmal per Open Banking verbinden, danach laufen Kontostände und Umsätze von allein in einer Ansicht zusammen
- Nur Lesezugriff: Ein Kontoinformationsdienst nach der PSD2 kann keine Überweisung auslösen und sieht dein Passwort nicht. In Deutschland beaufsichtigt die BaFin
- Multibanking ist in Deutschland nichts Neues: Sparkassen-App, finanzblick, MoneyMoney, Finanzguru und Outbank unterscheiden sich vor allem bei Preis, Plattform und Geschäftsmodell
- Neobanken wie Revolut analysieren nur das Geld, das bei ihnen liegt. Für den Gesamtblick brauchst du eine Ebene über allen Banken
Warum habe ich überhaupt mehrere Bankkonten, und wer noch?
Mehrere Konten bei verschiedenen Banken sind nichts, wofür du dich rechtfertigen müsstest, und kaum jemand hat sie so geplant. Das Gehaltskonto liegt bei der Sparkasse oder Volksbank, weil es schon zur Ausbildung da war. Das Tagesgeld liegt bei einer Direktbank, weil dort die Zinsen besser waren. Dazu kommen ein Gemeinschaftskonto, eine Kreditkarte und eine Neobank für unterwegs.
Das ist kein Chaos, sondern Leben. Die Deutschen sparen viel: Die Sparquote der privaten Haushalte lag 2024 bei 20,0 Prozent des verfügbaren Einkommens, der höchste Wert in der EU (Eurostat). Gespartes landet oft auf einem Tagesgeldkonto, nicht auf dem Girokonto. Und weil in Deutschland rund 53 Prozent der Menschen zur Miete wohnen (Eurostat, 2024), geht bei vielen jeden Monat ein Dauerauftrag für die Miete raus, gern von einem eigenen Konto für die Fixkosten. Jedes dieser Konten hat einen guten Grund. Zusammen ergeben sie trotzdem keinen Überblick.
Woher das Kontenchaos kommt
Gehaltskonto: dort, wo das Gehalt eingeht. Oft die Sparkasse oder Volksbank aus der Schulzeit.
Tagesgeldkonto: bei einer Direktbank, weil dort irgendwann ein Zinsangebot besser war.
Gemeinschaftskonto: für Miete, Strom und den Wocheneinkauf zu zweit.
N26 oder Revolut: für Reisen, Fremdwährungen und Abos, die in Dollar abgerechnet werden.
Geschäftskonto: wenn du selbstständig oder freiberuflich arbeitest.
Das Problem ist nicht die Zahl der Konten, sondern ihre Zersplitterung
Mehrere Konten sind an sich sinnvoll. Geld nach Zweck zu trennen, also Alltag, Rücklagen und gemeinsame Kosten, ist eine gute Strategie. Schwierig wird es in dem Moment, in dem du nicht mehr weißt, wie viel du insgesamt hast und wohin es geflossen ist. Jede Bank zeigt nur ihren Teil der Wahrheit. Niemand zeigt dir das Ganze. Deshalb schaut man dreimal auf den Kontostand und hat trotzdem das Gefühl, etwas übersehen zu haben.
Wenn dir das bekannt vorkommt, lies auch „Wo bleibt mein Geld? So findest du die unsichtbaren Ausgaben“. Es ist dasselbe Problem von der anderen Seite: Du weißt nicht, wie viel du hast, weil du nicht siehst, wo du es ausgibst.
Geld, Karten und Konten in Deutschland: die Zahlen
Quellen: girocard, Jahreszahlen 2024, Destatis, EVS 2023 (PD25_438), Eurostat, Sparquote der Haushalte 2024, Eurostat, Housing in Europe 2025
Was ist Multibanking, und welche Möglichkeiten gibt es in Deutschland?
Multibanking heißt, die Konten mehrerer Banken in einer einzigen Oberfläche zu sehen. Eine Multibanking-App mit Open Banking holt sich dafür mit deiner Einwilligung Kontostände und Umsätze von jeder Bank und legt sie zu einem Bild zusammen. Eine App, ein Fenster, eine Wahrheit.
Was ist ein Kontoinformationsdienst?
Ein Kontoinformationsdienst (englisch account information service, kurz AIS) ruft mit deiner ausdrücklichen Einwilligung Salden und Umsätze deiner Zahlungskonten bei verschiedenen Banken ab und zeigt sie an einem Ort. Die Kategorie stammt aus der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Richtlinie (EU) 2015/2366). Ein Kontoinformationsdienst darf nur lesen und keine Zahlungen auslösen. In Deutschland beaufsichtigt die BaFin solche Dienste.
Multibanking gibt es in Deutschland nicht erst seit der PSD2
Deutschland hat eine lange Tradition an Banking-Software, die Konten verschiedener Banken über das Verfahren HBCI/FinTS abruft. Daneben sind Apps entstanden, die per Open Banking arbeiten, und selbst die Sparkasse bietet Multibanking in ihrer eigenen App an. Der Überblick, Stand August 2026, nach den Angaben der Anbieter:
| Lösung | Kosten | Anbindung und Plattform | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|
| Sparkassen-App (Finanzplaner, Multibanking) | ohne Aufpreis | Banking-App der Sparkasse, bindet auch Konten anderer Banken ein | Der Blick bleibt der einer Bank; das Erlebnis hängt von der einzelnen Sparkasse ab |
| finanzblick (Buhl Data Service) | laut Anbieter dauerhaft kostenlos | HBCI/FinTS, über 4.000 Banken und Sparkassen in Deutschland | Banking steht im Vordergrund (Überweisung, TAN), die Auswertung kommt dazu |
| Finanzguru (dwins GmbH) | Grundversion kostenlos; Plus laut finanzguru.de 0,99 € pro Woche | eigener, bei der BaFin registrierter Kontoinformationsdienst | verdient an der Vermittlung von Verträgen und Versicherungen; bietet „Finanzguru AI“ |
| Outbank | 3,99 € pro Monat oder 39,99 € pro Jahr, 14 Tage kostenlos testen | über 4.500 Banken und Finanzanbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz | Daten liegen lokal auf dem Gerät |
| MoneyMoney | einmalig 79,99 € | nur macOS; HBCI/FinTS und PSD2 | kein iPhone, kein Android, keine Cloud |
| Martia | 9 € pro Monat oder 59 € pro Jahr | App und Web; Open Banking über Enable Banking, Banken in Europa und im Vereinigten Königreich | KI, mit der du auf Deutsch über alle verbundenen Konten sprichst |
Eine Warnung aus der Geschichte gehört dazu: Numbrs, eine Multibanking-App mit über zwei Millionen Downloads in Deutschland, wurde 2022 eingestellt. Als Grund nannte das Unternehmen die immer kompliziertere Regulierung und die Abhängigkeit von den Banken. Der schwierige Teil an Multibanking ist also nicht die Oberfläche, sondern der verlässliche Zugang zu den Konten. Wie der unter der PSD2 funktioniert, erklärt „Was ist Open Banking und ist es sicher?“.
Was unterscheidet eine Multibanking-App von der App deiner Bank?
Die App deiner Bank zeigt in erster Linie die Konten bei dieser Bank; die Sparkasse mit ihrem Multibanking ist eine Ausnahme. Die Ausgabenanalyse von Revolut kennt nur das Geld, das bei Revolut liegt, und dein Gehaltskonto kennt deine Revolut-Ausgaben nicht; wann Revolut allein trotzdem reicht, steht in „Revolut oder Haushaltsbuch-App?“. Jede Bank ist eine Insel. Eine neutrale Multibanking-App baut die Brücken zwischen diesen Inseln: Sie holt die Daten von jeder Bank und legt sie auf eine Karte.
Mythos vs. Realität
Mythos: „Um alles an einem Ort zu sehen, müsste ich alle Konten zu einer Bank umziehen.“
Realität: Du musst nichts umziehen. Die PSD2 wurde 2015 beschlossen und gilt seit Januar 2018, genau damit du Daten mehrerer Banken nutzen kannst, ohne eine davon aufzugeben. Deine Konten bleiben, wo sie sind. Du legst nur eine Ebene darüber, die sie in einer Ansicht zusammenführt.
Konten bei mehreren Banken? Frag Martia einfach, wie viel du insgesamt hast
Du verbindest deine Banken einmal per Open Banking. Danach fragst du auf Deutsch: „Wie viel habe ich auf allen Konten zusammen?“ oder „Welches Konto zahlt eigentlich die Miete?“, und Martia antwortet aus deinen echten Umsätzen.
Wie sehe ich alle Konten an einem Ort? Die Ein-Blick-Methode
Die Ein-Blick-Methode ist ein Ablauf aus fünf Schritten, mit dem du aufhörst, dich bei jeder Bank einzeln einzuloggen, und alle Konten einmalig über einen Kontoinformationsdienst in einer Ansicht zusammenführst. Der Aufwand fällt einmal an. Danach kommen die Daten von allein.
Was ist die Ein-Blick-Methode von Martia?
Die Ein-Blick-Methode ist ein Rahmen von Martia, um mehrere Bankkonten per Open Banking (PSD2) in einer Ansicht zusammenzuführen. Sie besteht aus fünf Schritten: Kontoinventur, Wahl einer App mit Open Banking, einmaliges Verbinden jeder Bank, automatische Synchronisierung und ein fester wöchentlicher Blick. Einrichten musst du sie nur einmal.
Schritt 1: Mach eine Kontoinventur
Nimm einen Zettel oder die Notizen-App. Schreib jedes Konto auf, das du hast, auch das, an das du nicht mehr gedacht hast: Girokonto, Tagesgeld, Gemeinschaftskonto, Kreditkarte, N26 oder Revolut, PayPal, das Verrechnungskonto zum Depot, das Konto, das du nur wegen einer Neukundenprämie eröffnet hast. Wird die Liste länger als gedacht: Das ist in Ordnung. Genau dafür machst du sie.
Schritt 2: Wähle bewusst zwischen Open Banking und FinTS
In Deutschland gibt es zwei etablierte Wege. Bei Open Banking nach der PSD2 leitet dich die App zur Anmeldung an deine Bank weiter. Dein Passwort gibst du der Bank, die App sieht es nie und darf nur lesen. Klassische Banking-Software mit HBCI/FinTS fragt PIN und TAN dagegen in ihrer eigenen Oberfläche ab und kann dafür oft auch überweisen. Beides ist legitim. Entscheide nur bewusst, welches Modell du willst: Wer seine Finanzen verstehen will, braucht Lesezugriff. Wer Bankgeschäfte erledigen will, braucht mehr.
Schritt 3: Verbinde jede Bank einmal
In der App tippst du auf „Konto hinzufügen“, wählst deine Bank aus der Liste, meldest dich im offiziellen Fenster der Bank an und bestätigst den Lesezugriff, je nach Bank per pushTAN, chipTAN oder Freigabe in der Banking-App. Das wiederholst du für jedes weitere Konto. Einmal eingerichtet, musst du das erst wieder tun, wenn die Einwilligung erneuert werden muss. Jeden einzelnen Bildschirm dieses Vorgangs zeigt „Girokonto mit einer App verbinden: Schritt für Schritt“.
Schritt 4: Lass die App synchronisieren
Die App lädt Kontostände und Umsätze aller verbundenen Konten. Wie weit die Historie zurückreicht, hängt davon ab, was die jeweilige Bank über ihre Schnittstelle liefert. Jeder Umsatz kommt mit Betrag, Datum und Verwendungszweck. Die App ordnet ihn einer Kategorie zu, also Lebensmittel, Tanken, Abos oder Nebenkosten, und erkennt, was ein Dauerauftrag und was eine Lastschrift ist. Du tippst nichts ab. Wie oft die App abruft und warum eine Kartenzahlung manchmal erst später auftaucht, erklärt „Bankkonto mit App synchronisieren“. Wie das Sortieren funktioniert, erklärt der Artikel über automatische Kategorisierung von Ausgaben (auf Englisch).
Schritt 5: Schau einmal pro Woche drauf
Such dir einen festen Moment, etwa Sonntagabend oder Montagmorgen. Du öffnest die Übersicht, schaust auf den Gesamtkontostand und auf die Ausgaben der Woche. Zwei Minuten, ohne fünf Logins. Der wöchentliche Blick ist wichtiger als ein perfektes System, denn es funktioniert das System, in das man tatsächlich hineinschaut.
Gründer von Martia
Vom Gründer
Ich hatte sechs Bankkonten und keinen Überblick. Ich habe den Kontostand in einer App geprüft, dann in der nächsten, mich verrechnet und irgendwann aufgegeben. Martia habe ich auch deshalb gebaut, weil ich eine Ansicht wollte, die mir die Wahrheit zeigt, ohne dass ich etwas tun muss. Der Moment, in dem ich zum ersten Mal alle Konten auf einem Bildschirm gesehen habe, war seltsamer als erwartet. Keine Euphorie. Ruhe. Zum ersten Mal musste ich nichts im Kopf zusammenrechnen.
Einzeln einloggen, Tabelle oder Multibanking-App: drei Wege im Vergleich
Es gibt genau drei Wege, den Stand aller Konten zu sehen: dich bei jeder Bank einzeln einloggen, eine Tabelle führen oder eine Multibanking-App verbinden. Alle drei funktionieren. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Zeit sie dich jeden Monat kosten und wie wahrscheinlich es ist, dass du nach ein paar Wochen noch dabei bist.
| Kriterium | Einzeln einloggen | Tabelle | Multibanking-App (PSD2) |
|---|---|---|---|
| Einrichtung | keine | ein Abend für die Vorlage | einmal jede Bank verbinden |
| Laufender Aufwand | jedes Mal alle Logins | jeden Stand von Hand übertragen | ein Blick pro Woche |
| Aktualität | im Moment des Logins | so alt wie der letzte Eintrag | laufend, automatisch |
| Gesamtkontostand | im Kopf gerechnet | Formel SUMME() | automatisch |
| Umsätze | getrennt pro Bank | meist gar nicht, nur Salden | alle in einer Liste |
| Kategorien | keine | von Hand | automatisch |
| Empfehlung | reicht bei ein, zwei Konten | für Tabellen-Fans | am besten ab drei Konten |
Ehrlich gesagt: Einzeln einloggen funktioniert bei einem, vielleicht zwei Konten. Bei fünf bricht die Methode von selbst zusammen. Eine Tabelle funktioniert für Menschen, die Tabellen mögen. Für alle anderen ist sie ein Nebenjob. Die Multibanking-App ist der einzige Weg, der nach der Einrichtung nichts mehr von dir verlangt. Wer zwischen Tabelle und App schwankt, findet das Für und Wider im Vergleich Budget-App oder Tabelle (auf Englisch), und wer gleich eine App sucht, im Überblick „Die beste Haushaltsbudget-App 2026“.
Girokonto bei der Sparkasse, Tagesgeld bei der Direktbank, dazu N26: Wie bringe ich das zusammen?
Gehaltskonto bei der Sparkasse oder Volksbank, Tagesgeld bei einer Direktbank, eine Neobank wie N26 oder Revolut für unterwegs: So sieht die Kontolandschaft vieler Menschen in Deutschland aus. Alle drei lassen sich per Open Banking in einer App zusammenführen, jede Bank mit ihrem eigenen Bestätigungsverfahren.
Wie verbinde ich meine Sparkasse oder Volksbank?
Du wählst dein Institut in der Bankliste der App. Bei Sparkassen und Volksbanken ist es wichtig, das richtige Haus zu wählen, meist über den Ort oder die Bankleitzahl. Dann meldest du dich mit deinen Onlinebanking-Zugangsdaten im Fenster deiner Bank an und gibst den Zugriff frei, meist per pushTAN oder Freigabe in der Banking-App. Fertig.
Und das Tagesgeld bei der Direktbank?
Hier lohnt ein kurzer Blick ins Kleingedruckte der Regeln. Die PSD2 verpflichtet Banken, Kontoinformationsdiensten Zugang zu Zahlungskonten zu geben (Art. 67 PSD2). Ein Tagesgeldkonto, von dem du nur auf dein Referenzkonto überweisen kannst, ist nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2018 (Rechtssache C-191/17) kein Zahlungskonto. Manche Banken liefern es trotzdem über ihre Schnittstelle aus, andere nicht. Fehlt es in der App, liegt das nicht an dir. Das Girokonto ist ohnehin das wichtigere, denn dort laufen Gehalt, Miete, Lastschriften und Kartenzahlungen.
Wie kommen N26 und Revolut dazu?
N26 ist eine deutsche Bank, Revolut ist über die Revolut Bank UAB mit litauischer Banklizenz in der EU tätig. Beide unterliegen damit der PSD2. Du wählst sie in der Bankliste aus, wirst in ihre App weitergeleitet und bestätigst den Lesezugriff dort. Hast du bei Revolut Guthaben in mehreren Währungen, sollte eine gute Multibanking-App sie für den Gesamtkontostand in Euro umrechnen.
Was siehst du danach?
Einen Gesamtkontostand über alle Konten. Eine Umsatzliste, nach Datum sortiert, egal von welcher Bank. Eine Kategorisierung, die quer über alle Konten zeigt, wie viel diesen Monat für Lebensmittel, Tanken oder Abos draufgegangen ist. Und endlich ist sichtbar, welche Miete per Dauerauftrag vom Gemeinschaftskonto geht und welcher Stromvertrag per Lastschrift vom Girokonto. Wer ein Gemeinschaftskonto nur deshalb eröffnet hat, um gemeinsame Kosten zu sehen, braucht es damit vielleicht gar nicht mehr, wie „Gemeinsames Budget ohne Gemeinschaftskonto“ zeigt.
Kennst du das?
Monatsende. Du fragst dich: „Wo ist das Geld hin?“ Sparkasse: minus 1.200 €. N26: minus 340 €. Revolut: minus 180 £. Du rechnest im Kopf, verlierst den Wechselkurs, fängst von vorn an und lässt es. Sind alle drei verbunden, dauert dieselbe Frage einen Blick. Übersicht öffnen. Sehen.
Martia: die KI, mit der du auf Deutsch über dein Geld sprichst
Du fragst: „Wie viel habe ich im März über alle Konten für Lebensmittel ausgegeben?“ oder „Welche Lastschrift ist neu?“ und bekommst die Antwort aus deinen echten Umsätzen, egal bei welcher Bank sie gebucht wurden. Ohne Tabelle, ohne Abtippen.
Ist eine Multibanking-App sicher?
Eine Multibanking-App mit Open Banking sieht dein Passwort nicht, kann keine Überweisung auslösen und speichert keine Zugangsdaten: Sie arbeitet als Kontoinformationsdienst und darf nur lesen. In Deutschland beaufsichtigt die BaFin, auf EU-Ebene koordiniert die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA).
Woher weiß ich, dass die App mein Geld nicht bewegen kann?
Weil das Recht es nicht erlaubt. Die PSD2 trennt zwei Arten von Diensten: Kontoinformationsdienste, die nur lesen, und Zahlungsauslösedienste, die Zahlungen anstoßen dürfen. Eine Budget-App arbeitet als Kontoinformationsdienst. Die Freigabe, die du bei deiner Bank erteilst, umfasst nur das Lesen. Eine Überweisung über diesen Zugang würde die Bank schlicht ablehnen.
Wer beaufsichtigt Multibanking-Apps in Deutschland?
Die BaFin. Ein Beispiel aus dem Markt: Finanzguru ist seit 2019 bei der BaFin als Kontoinformationsdienst registriert. Martia bezieht die Kontodaten über Enable Banking, einen Open-Banking-Anbieter mit Zugang zu Banken in ganz Europa. Was genau hinter der Anbindung steckt und wo ihre Grenzen liegen, beschreibt „Was ist Open Banking und ist es sicher?“.
Warum muss ich die Verbindung ab und zu erneuern?
Weil die Einwilligung befristet ist, und das ist Absicht. Nach der Delegierten Verordnung (EU) 2022/2360 bestätigst du den Zugriff eines Kontoinformationsdienstes spätestens alle 180 Tage erneut bei deiner Bank. Der Ablauf ist derselbe wie beim ersten Mal. Das ist kein Fehler, sondern eine Schutzfunktion: So gibt es keine vergessenen Freigaben, die jahrelang weiterlaufen.
Kurze Empfehlung
- Alle Konten, eine Frage: Martia — KI, mit der du auf Deutsch über die Umsätze aller verbundenen Konten sprichst
- Sparkassenkunde, kein Extra-Programm: Multibanking in der Sparkassen-App — ohne Aufpreis, direkt in der App, die du schon hast
- Mac, Daten nur lokal: MoneyMoney — einmalig 79,99 €, dafür kein iPhone und keine Cloud
- Nur ein, zwei Konten: einzeln einloggen — ab drei Konten nimmt dir eine App die Rechnerei ab
Häufige Fragen
Wie sehe ich alle meine Bankkonten an einem Ort?
Mit einer Multibanking-App, die sich per Open Banking mit jeder deiner Banken verbindet. Rechtsgrundlage ist die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2: Sie verpflichtet Banken, zugelassenen Kontoinformationsdiensten mit deiner Einwilligung Lesezugriff auf Zahlungskonten zu geben. Du wählst in der App deine Bank, meldest dich im offiziellen Fenster der Bank an und bestätigst den Zugriff per TAN oder mit einer Freigabe in der Banking-App. Das wiederholst du für jedes Konto. Danach siehst du Kontostände und Umsätze aller verbundenen Konten in einer Ansicht, ohne dich einzeln einzuloggen. Martia nutzt dafür Enable Banking und verbindet sich mit Banken in ganz Europa und im Vereinigten Königreich.
Was ist Multibanking und gibt es das in Deutschland?
Multibanking heißt, die Konten mehrerer Banken in einer einzigen Oberfläche zu sehen oder zu verwalten. In Deutschland gibt es das schon lange: Banking-Software wie finanzblick von Buhl oder MoneyMoney für den Mac spricht die Banken über das Verfahren HBCI/FinTS an, die Sparkassen-App bietet Multibanking ohne Aufpreis an, und Apps wie Finanzguru oder Outbank bündeln Konten verschiedener Institute. Mit der PSD2 kam Open Banking hinzu: Ein zugelassener Kontoinformationsdienst liest Umsätze und Salden mit deiner Einwilligung und darf keine Zahlungen auslösen. Die Lösungen unterscheiden sich vor allem bei Preis, Plattform und Geschäftsmodell, weniger bei der Frage, ob sie deine Bank grundsätzlich erreichen.
Girokonto bei der Sparkasse, Tagesgeld bei einer Direktbank, dazu N26: Wie bringe ich das zusammen?
Du fügst jedes Konto einzeln in einer Multibanking-App hinzu. Für die Sparkasse wählst du dein Institut aus der Liste, meldest dich mit deinen Onlinebanking-Zugangsdaten im Fenster der Sparkasse an und gibst den Zugriff per pushTAN frei. Bei der Direktbank und bei N26 läuft es genauso, bestätigt wird jeweils im Verfahren der jeweiligen Bank. Anschließend zeigt die App einen gemeinsamen Kontostand, eine Umsatzliste über alle Konten und eine Kategorisierung der Ausgaben. Ein Hinweis zum Tagesgeld: Die PSD2 regelt den Zugriff auf Zahlungskonten. Ob eine Bank auch ein Tagesgeldkonto über ihre Schnittstelle ausliefert, entscheidet sie selbst.
Ist eine Multibanking-App sicher?
Eine Multibanking-App, die per Open Banking arbeitet, ist ein Kontoinformationsdienst im Sinne der PSD2. Diese Kategorie erlaubt ausschließlich das Lesen von Umsätzen und Salden. Eine Überweisung auslösen, einen Dauerauftrag anlegen oder dein Passwort ändern kann sie nicht. Du meldest dich im Fenster deiner Bank an, die App sieht deine Zugangsdaten dabei nicht. In Deutschland beaufsichtigt die BaFin Zahlungs- und Kontoinformationsdienste, auf EU-Ebene koordiniert die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA die Regeln. Die Einwilligung ist befristet: Nach der Delegierten Verordnung (EU) 2022/2360 bestätigst du den Zugriff spätestens alle 180 Tage neu bei deiner Bank. Widerrufen kannst du ihn jederzeit.
Kann ich den Gesamtkontostand aller Konten auch ohne App sehen?
Ja, aber nur mit Handarbeit. Du loggst dich nacheinander bei jeder Bank ein, notierst die Kontostände und addierst sie im Kopf oder in einer Tabelle. Bei zwei Konten ist das in Ordnung. Ab drei oder vier Konten wird daraus ein Ritual, das man gern ausfallen lässt, und genau dann fehlt der Überblick. Hinzu kommt, dass eine Tabelle nur Salden kennt, keine Umsätze: Wohin das Geld geflossen ist, siehst du dort nicht. Manche Banken bieten in ihrer eigenen App Multibanking an, etwa die Sparkasse. Eine neutrale Multibanking-App rechnet automatisch zusammen und zeigt zusätzlich, wofür das Geld ausgegeben wurde.
Lässt sich Revolut mit einer Multibanking-App verbinden?
In aller Regel ja. Revolut ist in Deutschland über die Revolut Bank UAB mit litauischer Banklizenz tätig und unterliegt damit als Bank in der EU der PSD2. Eine zugelassene Open-Banking-App kann sich also mit deinem Revolut-Konto verbinden, sofern sie Revolut in ihrer Bankliste führt. Du wählst Revolut aus, wirst in die Revolut-App weitergeleitet und bestätigst den Lesezugriff dort. Umgekehrt gilt: Die Ausgabenanalyse in der Revolut-App arbeitet mit dem Geld, das bei Revolut liegt. Dein Girokonto bei der Sparkasse oder Volksbank siehst du dort nicht. Für den Gesamtblick brauchst du deshalb eine Ebene über allen Banken.
Warum sehe ich mein Tagesgeldkonto oder mein Depot nicht in der App?
Weil die PSD2 den Zugriff auf Zahlungskonten regelt, also vor allem auf Girokonten. Ein Tagesgeldkonto, ein Festgeldkonto oder ein Wertpapierdepot fällt nicht zwingend darunter. Manche Banken liefern solche Konten trotzdem über ihre Schnittstelle aus, andere nicht. Fehlt ein Konto, liegt das also meist nicht an der App, sondern an dem, was die Bank bereitstellt. Es gibt zwei Auswege: Manche Apps erlauben den Import einer Umsatzdatei aus dem Onlinebanking, oder du behältst den Stand dieses einen Kontos selbst im Blick. Für den Alltag reicht es oft, das Girokonto zu verbinden, denn dort laufen Gehalt, Miete, Lastschriften und Kartenzahlungen.
Was ist der Unterschied zwischen HBCI/FinTS und Open Banking?
Beides sind Wege, auf denen Software an deine Kontodaten kommt, aber mit unterschiedlicher Logik. HBCI/FinTS ist der Standard der deutschen Kreditwirtschaft, den Banking-Programme wie finanzblick oder MoneyMoney nutzen: Du gibst PIN und TAN in der Software ein, und die Software spricht direkt mit der Bank. Das erlaubt oft auch Überweisungen aus dem Programm heraus. Open Banking nach der PSD2 funktioniert anders: Ein zugelassener Kontoinformationsdienst leitet dich zur Anmeldung an deine Bank weiter, deine Zugangsdaten bleiben dort, und der Dienst darf nur lesen. Welches Modell besser passt, hängt davon ab, ob du Bankgeschäfte erledigen oder dein Geld verstehen willst.
Quellen und Literatur
- Europäisches Parlament und Rat (2015), Richtlinie (EU) 2015/2366 über Zahlungsdienste (PSD2), Kontoinformationsdienste und Zugang zu Zahlungskonten (Art. 67), eur-lex.europa.eu
- Europäische Kommission (2022), Delegierte Verordnung (EU) 2022/2360 zur Änderung der technischen Regulierungsstandards, Erneuerung der Einwilligung alle 180 Tage, eur-lex.europa.eu
- Europäischer Gerichtshof (2018), Urteil in der Rechtssache C-191/17, Sparkonto mit Referenzkonto ist kein Zahlungskonto, curia.europa.eu
- girocard (2025), Jahreszahlen 2024, girocard.eu
- Statistisches Bundesamt (2025), Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 (PD25_438), destatis.de
- Eurostat (2025), Household saving rate 2024, ec.europa.eu/eurostat
- Eurostat (2025), Housing in Europe, ec.europa.eu/eurostat
- Anbieterangaben, abgerufen im August 2026: sparkasse.de, buhl.de/finanzblick, finanzguru.de, outbankapp.com, moneymoney.app
- Numbrs Personal Finance, Einstellung 2022, swissinfo.ch
- Enable Banking, enablebanking.com