Girokonto mit einer App verbinden — Schritt für Schritt

Die 3-Bildschirme-Methode: Bank wählen, bei der Bank anmelden, Lesezugriff bestätigen. Kein Passwort für die App, kein Kleingedrucktes.

Ein Girokonto mit einer App zu verbinden, klingt nach etwas, das man besser lässt. Du gibst deine Bankzugangsdaten an Fremde, oder? Nein. Du meldest dich immer bei deiner Bank an, nie in der App — und der ganze Vorgang besteht aus drei Bildschirmen, so wie europäisches Recht es vorgibt.

Das Wichtigste

  • Die 3-Bildschirme-Methode — Bank wählen, im offiziellen Fenster der Bank anmelden, Lesezugriff bestätigen
  • Die App sieht dein Passwort nie — du tippst es auf der Seite deiner Bank ein, nicht in der App
  • Nur Lesezugriff, geregelt durch die PSD2 und in Deutschland beaufsichtigt von der BaFin und der Deutschen Bundesbank — die App kann keine Überweisung auslösen
  • Die Einwilligung ist befristet und du kannst sie jederzeit mit einem Klick widerrufen
  • Deutsche Eigenheiten inklusive: Lastschrift, Dauerauftrag und der SVWZ+-Verwendungszweck werden ausgelesen, nicht abgetippt

Was passiert eigentlich auf dem Bildschirm, wenn du dein Girokonto verbindest?

Ein Girokonto per Open Banking mit einer App zu verbinden, ist ein europäisch geregelter Vorgang aus drei Schritten. Wir nennen ihn die 3-Bildschirme-Methode von Martia — genau das siehst du, vom Tippen auf „Konto verbinden“ bis zu dem Moment, in dem die ersten Umsätze von allein auftauchen.

Die 3-Bildschirme-Methode — was ist das?

Ein vereinfachtes Modell des Anmeldevorgangs beim Open Banking (PSD2). Jeder Schritt ist ein Bildschirm: Bankauswahl, Anmeldung bei der Bank, Bestätigung des Lesezugriffs. Dein Onlinebanking-Passwort gibst du dabei nie der App — es ist immer deine Bank, die dich authentifiziert.

Bildschirm 1: Du wählst deine Bank

Nach dem Tippen auf „Konto verbinden“ siehst du eine Liste der Institute: deine Sparkasse, deine Volksbank, Deutsche Bank, Postbank, ING und viele weitere. Du tippst auf dein Institut. Mehr nicht. Keine Formulare, keine IBAN, die du abtippst.

Bildschirm 2: Du meldest dich bei deiner Bank an

Du landest auf der offiziellen Anmeldeseite deiner Bank — derselben, auf der du sonst ins Onlinebanking gehst. Anmeldename und Passwort gibst du der Bank, nicht der App. Genau das ist der Unterschied, auf den es ankommt: Das Passwort bleibt bei der Bank und erreicht uns nie.

Bildschirm 3: Du bestätigst den Lesezugriff

Deine Bank fragt, ob du das Auslesen deiner Umsätze freigibst. Du bestätigst mit dem Verfahren, das du kennst — einer TAN oder einer Freigabe in der Banking-App deiner Bank. Fertig. Ab hier kommen die Umsätze von allein. Du tippst nichts ab, du exportierst keine Dateien. Wenn du den Mechanismus dahinter genauer verstehen willst, geht unser Ratgeber zu Open Banking und seiner Sicherheit in die Tiefe.

Das war es. Drei Bildschirme. Keine Formulare, keine Unterschrift, keine Kontonummer von Hand. Wer sein Onlinebanking schon einmal am Handy geöffnet hat, schafft das hier auch.

Girokonto und App — die Zahlen dahinter

7,9 Mrd.Girocard-Zahlungen in Deutschland im Jahr 2024
537zugelassene Drittanbieter im Vereinigten Königreich und im EWR (Q3 2025)
3.030 €Konsumausgaben eines Durchschnittshaushalts pro Monat
20,0 %Sparquote der privaten Haushalte — höchster Wert in der EU

Quellen: girocard, Jahreszahlen 2024, Konsentus, Q3 TPP Open Banking Tracker (2025), Destatis, EVS 2023 (PD25_438), Eurostat, Sparquote der Haushalte 2024

Ist es legal und sicher, das Girokonto mit einer App zu verbinden?

Ja — die Anbindung eines Girokontos an eine App ist durch die europäische Richtlinie PSD2 geregelt und wird in Deutschland von der BaFin und der Deutschen Bundesbank beaufsichtigt. Die App sieht dein Passwort nicht, kann keine Überweisung auslösen und speichert keine Zugangsdaten. Sie darf Umsätze und Salden lesen, mehr nicht.

Die Skepsis ist berechtigt. Beim eigenen Konto skeptisch zu sein, ist keine Schwäche, sondern gesund. Nur speist sich die Sorge meistens aus Missverständnissen. Hier sind die Fragen, die uns am häufigsten erreichen.

Erfährt die App mein Onlinebanking-Passwort?

Nein. Du meldest dich direkt bei deiner Bank an. Die App bekommt von der Bank nur eine befristete Zugriffsberechtigung — wie ein Schlüssel, der genau eine Tür öffnet (Umsätze lesen) und nach einer Weile ungültig wird. Dein Passwort verlässt die Seite deiner Bank nie.

Kann jemand über die App Geld von meinem Konto holen?

Nein. Eine per Open Banking angebundene App arbeitet als Kontoinformationsdienst — eine Kategorie der PSD2, die ausschließlich Lesezugriff erlaubt. Keine App mit dieser Erlaubnis kann Zahlungen auslösen, Daueraufträge ändern oder sonst etwas auf deinem Konto bewegen.

Und wenn ich es mir anders überlege?

Ein Klick. In den Einstellungen der App oder direkt im Onlinebanking deiner Bank. Der Zugriff endet sofort, neue Umsätze kommen nicht mehr an. Die bereits importierten Daten kannst du zusätzlich löschen.

Wer beaufsichtigt das eigentlich?

In Deutschland die BaFin gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank, auf EU-Ebene die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA). Martia nutzt Enable Banking, einen in Finnland zugelassenen und von der dortigen Finanzaufsicht FIN-FSA beaufsichtigten Kontoinformationsdienst. Laut Konsentus (2025) waren Ende September 2025 im Vereinigten Königreich und im Europäischen Wirtschaftsraum 537 zugelassene Drittanbieter aktiv — ein regulierter Markt, kein Nischenexperiment.

5 Sorgen, 5 Fakten

Sorge: „Die App kennt dann mein Passwort.“ → Fakt: Du meldest dich bei der Bank an, nie in der App.

Sorge: „Jemand kann mir Geld abbuchen.“ → Fakt: Kontoinformationsdienst heißt lesen, sonst nichts.

Sorge: „Da komme ich nicht mehr raus.“ → Fakt: Widerruf mit einem Klick, jederzeit.

Sorge: „Das kontrolliert doch niemand.“ → Fakt: BaFin, Bundesbank und EBA beaufsichtigen den Rahmen.

Sorge: „Unsicherer, als die Karte irgendwo anzugeben.“ → Fakt: Beim Open Banking werden gar keine Zahlungsdaten weitergegeben.

Bereit? Drei Bildschirme, kein Passwort für die App

Martia nutzt Enable Banking, einen von der finnischen FIN-FSA beaufsichtigten Kontoinformationsdienst. Ausschließlich Lesezugriff. Widerrufbar, wann immer du willst.

Sprich mit Martia

Welche deutschen Banken und Zahlungswege funktionieren damit?

Alle deutschen Institute mit Onlinebanking müssen wegen der PSD2 einen Zugang für Kontoinformationsdienste anbieten — von der örtlichen Sparkasse über Volks- und Raiffeisenbanken bis hin zu Deutscher Bank, Postbank und ING. Unterschiedlich ist nur, wie du die Freigabe bestätigst.

Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank, Postbank, ING

Der Ablauf ist bei allen derselbe: Institut wählen → im offiziellen Fenster der Bank anmelden → Lesezugriff bestätigen. Der einzige Unterschied liegt im Bestätigungsverfahren deiner Bank — mal eine TAN, mal eine Freigabe in ihrer eigenen Banking-App. Beides ist die starke Kundenauthentifizierung, die die PSD2 vorschreibt, und beides kennst du schon aus dem Onlinebanking.

Girocard, SEPA und die Echtzeitüberweisung

Was auf deinem Konto passiert, läuft über eine Handvoll Wege, und alle landen als Buchung in der App. Die Girocard führt an der Ladenkasse: 2024 wurden damit rund 7,9 Milliarden Zahlungen abgewickelt, 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr, etwa 90 Prozent davon kontaktlos (girocard, Jahreszahlen 2024). Gehalt, Miete und Rechnungen laufen über SEPA-Überweisung, Abos und Versicherungen über SEPA-Lastschrift. Seit dem 9. Januar 2025 müssen alle Zahlungsdienstleister im Euroraum Echtzeitüberweisungen empfangen können, seit dem 9. Oktober 2025 auch senden — samt Empfängerüberprüfung und nicht teurer als eine normale Überweisung (Verordnung (EU) 2024/886).

giropay ist Geschichte, Wero ist neu

Wer sich an giropay erinnert: Das bankgestützte Bezahlverfahren wurde zum 31. Dezember 2024 eingestellt, ebenso das darin aufgegangene paydirekt. Nachfolger ist Wero, das Wallet der European Payments Initiative, das seit Mitte 2024 in Deutschland läuft — erst bei Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, später bei Postbank und Deutscher Bank. Welche App die Umsätze daraus am besten sortiert, vergleichen wir im Ratgeber zur besten Haushaltsbudget-App 2026.

Dein Institut taucht nicht in der Liste auf? Das kommt vor. Martia verbindet sich über Enable Banking mit Banken in ganz Europa und im Vereinigten Königreich, aber vollständig ist die Liste nicht. Bis dein Institut dabei ist, hilft der Import einer Umsatzdatei aus dem Onlinebanking.

Was steht eigentlich in deinem Kontoauszug — und was macht die App daraus?

Ein deutscher Buchungstext ist eine Mischung aus Klartext und Maschinencode: Der Verwendungszweck ist auf 140 Zeichen begrenzt und trägt SEPA-Feldkennungen wie SVWZ+ oder MREF+, die eigentlich für Maschinen gedacht sind. Genau diese Kennungen sind der Grund, warum eine angebundene App mehr aus deinem Konto herausholt als du selbst, wenn du abends um elf durch die Umsätze scrollst.

SVWZ+, EREF+, MREF+, CRED+ — die Kürzel im Verwendungszweck

SVWZ+ leitet den eigentlichen, lesbaren Verwendungszweck ein — das ist das Feld, auf das es ankommt. EREF+ ist die Ende-zu-Ende-Referenz, KREF+ eine Kundenreferenz, MREF+ die Mandatsreferenz einer Lastschrift und CRED+ die Gläubiger-Identifikationsnummer des Empfängers, in der Form DE98ZZZ09999999999. Jedes Unternehmen behält seine Gläubiger-ID — ein stabiler Schlüssel, mit dem sich derselbe Anbieter Monat für Monat wiedererkennen lässt, auch wenn der Buchungstext sich ändert.

Dazu kommt das übliche Rauschen im Buchungstext: Großbuchstaben, Abkürzungen, auf etwa 27 bis 35 Zeichen abgeschnittene Namen, Rechtsformzusätze wie GmbH oder AG, Beträge im Format 1.234,56 und Datumsangaben als TT.MM.JJJJ. Eine Musterzeile für ein fiktives Konto von Max Mustermann (IBAN DE00 0000 0000 0000 0000 00) sieht dann etwa so aus: LASTSCHRIFT MREF+ABO2026 SVWZ+MONATSBEITRAG. Die App liest daraus den SVWZ+-Teil, und in der Übersicht steht am Ende schlicht der Name des Anbieters.

Lastschrift oder Dauerauftrag — warum der Unterschied zählt

Ein Dauerauftrag ist eine feste Überweisung, die du selbst anstößt — typisch für die Miete, oft mit „MIETE“ im Verwendungszweck, und typisch für den monatlichen Betrag aufs Tagesgeld oder in den Notgroschen. Eine Lastschrift zieht der Gläubiger bei dir ein: Abos, Versicherungen, Strom, Fitnessstudio. Der Unterschied ist praktisch, nicht akademisch. Den Dauerauftrag änderst du selbst in Sekunden. Die Lastschrift läuft weiter, bis du beim Anbieter kündigst — und genau deshalb sammeln sich dort die Abos an, die dir längst egal sind. Wie du die findest, steht im Ratgeber zu zu viel Geld für Abos.

Eine Tücke bleibt: Der sichtbare Name ist oft der des Zahlungsdienstleisters und nicht der Name der Marke, bei der du gekauft hast. Ein über Klarna finanzierter Einkauf erscheint als schlichtes „KLARNA“. Das ist keine Randerscheinung — Klarna hält laut EHI (2025) rund 82 Prozent des deutschen Marktes für Ratenkauf und Rechnungskauf, PayPal kommt im Onlinehandel auf einen Anteil von etwa 28,5 Prozent. Eine Budget-App, die diese Zeilen automatisch zuordnet, erspart dir das Rätselraten am Monatsende.

Open Banking, CSV-Datei oder Zettel — was solltest du wählen?

Die Importmethode entscheidet, wie die Daten deiner Bank in die App kommen — von vollautomatisch bis handschriftlich. Und sie entscheidet damit, wie lange du dabei bleibst.

MerkmalOpen BankingCSV-DateiVon Hand
Automatisierungvollständigteilweisekeine
Einrichtungeinmalig, drei Bildschirmejeden Monat neuentfällt
Aufwand danachkeinerExport und Zuordnungtäglich
KategorienautomatischZuordnung nötigvon Hand
Empfehlung füralle mit Konto bei einer EU-BankInstitute ohne Anbindungsehr Hartnäckige

Seien wir ehrlich: Von Hand funktioniert es. Es verlangt nur eine Disziplin, die im Alltag schnell bröckelt — nicht aus Faulheit, sondern weil jeder Einkauf zur Hausaufgabe wird. Und was bröckelt, bricht am ersten vollen Wochenende weg. Open Banking räumt diese Hürde weg: einmal verbinden, danach kommen die Daten von selbst. Wenn du zwischen App und Tabelle schwankst, vergleicht unser Ratgeber Haushaltsbudget im Griff behalten beide Wege im Detail.

Mythos vs. Realität

Mythos: „Eine Excel-Tabelle gibt mir die volle Kontrolle über meine Finanzen.“

Realität: Die Tabelle gibt dir Kontrolle über das Format. Damit etwas drinsteht, was du auswerten kannst, musst du es erst hineinschreiben — jeden Einkauf, jede Lastschrift, jeden Monat. Die Kontrolle beginnt nicht bei der Tabelle, sondern bei vollständigen Daten.

Wie widerrufst du den Zugriff der App auf dein Girokonto?

Den Zugriff zu beenden, geht so schnell wie das Einrichten — ein Klick, ohne Begründung, ohne Wartezeit. Zwei Stellen kommen dafür infrage.

In den Einstellungen der App

Bei Martia gehst du auf „Verbundene Konten“ und tippst neben dem betreffenden Institut auf „Zugriff widerrufen“. Die Verbindung endet sofort, neue Umsätze kommen nicht mehr an. Die bereits importierte Historie kannst du zusätzlich löschen.

Direkt im Onlinebanking deiner Bank

Banken müssen nach der PSD2 eine Übersicht der Drittanbieter mit Kontozugriff bereitstellen, meist unter „Sicherheit“, „Freigaben“ oder „Zugriffsverwaltung“. Ein Widerruf dort wirkt genauso sofort.

Und selbst wenn du gar nichts tust: Die Einwilligung ist befristet und läuft von allein aus. Die Delegierte Verordnung (EU) 2018/389 zur PSD2 verlangt, dass du den Zugriff regelmäßig mit einer starken Kundenauthentifizierung neu bestätigst — wie oft, legt deine Bank fest. Das ist keine Störung, sondern die eingebaute Bremse: Du verlierst nie den Überblick darüber, wer deine Daten sieht.

Martia — die KI, mit der du auf Deutsch über dein Geld sprichst

Du fragst auf Deutsch: „Wie viel habe ich diesen Monat im Restaurant gelassen?“ oder „Welche Lastschrift ist neu?“ — und bekommst die Antwort aus deinen echten Umsätzen. Ohne Tabelle, ohne Abtippen.

Sprich mit Martia

Die Verbindung klappt nicht — was tun?

Die häufigsten Stolpersteine beim Verbinden eines Girokontos sind eine abgelaufene Sitzung, eine ausbleibende Freigabe in der Banking-App und eine vorübergehend gestörte Schnittstelle der Bank. Keiner dieser Fälle bedeutet Datenverlust oder ein Risiko für dein Konto.

  • 1.
    Die Freigabe kommt nicht in der Banking-App an

    Prüfe, ob die Benachrichtigungen der Banking-App aktiv sind. Oft wartet die Anfrage still in einem Bereich wie „Aufträge“ oder „Freigaben“. Hilft das nicht: Banking-App schließen, wieder öffnen, den Vorgang von vorn starten.

  • 2.
    Die Verbindung ist abgelaufen

    Normal. Die PSD2 verlangt, dass du den Zugriff in regelmäßigen Abständen neu bestätigst; das Intervall legt deine Bank fest. Das ist ein Schutz, kein Fehler. Das Erneuern läuft wie beim ersten Mal: Bank wählen, anmelden, bestätigen.

  • 3.
    Es fehlen Umsätze

    Ohne erneute starke Kundenauthentifizierung darf die Schnittstelle nach der Delegierten Verordnung (EU) 2018/389 nur Buchungen der letzten 90 Tage herausgeben. Vormerkungen, etwa eine Reservierung an der Tankstelle, werden erst mit der endgültigen Buchung sichtbar.

  • 4.
    Mein Institut steht nicht in der Liste

    Kommt vor, gerade bei kleinen regionalen Häusern. Bis dein Institut dabei ist, kannst du deine Umsätze als Datei aus dem Onlinebanking exportieren und importieren.

Was passiert nach dem Verbinden? Die erste Woche

Die ersten sieben Tage nach dem Verbinden sind die Zeit, in der die App deine Umsätze holt, sie sortiert und daraus ein Bild deiner Finanzen zusammensetzt — ohne dein Zutun.

Tag 1: Die Umsätze tauchen von allein auf

Kurz nach dem Verbinden siehst du deine jüngsten Buchungen. Jede mit Betrag, Datum und Empfänger. Du tippst nichts. Das ist der Moment, in dem die meisten sagen: „Moment, wie viel war das beim Bäcker?“

Tag 2 bis 3: Die Kategorien ordnen sich

Jede Buchung wandert automatisch in eine Kategorie — Lebensmittel, Verkehr und Mobilität, Nebenkosten und Energie, Abos. Einzurichten gibt es nichts, es läuft ab der ersten Minute. Wie diese Zuordnung technisch funktioniert, beschreibt unser englischsprachiger Beitrag zur automatischen Kategorisierung von Ausgaben (EN).

Woche 1: das erste ehrliche Bild

Nach einer Woche steht da: was reinkommt, was rausgeht, wofür und was übrig bleibt. Zum Einordnen: Ein deutscher Durchschnittshaushalt gab 2023 rund 3.030 Euro im Monat für den privaten Konsum aus (Destatis, EVS 2023), und nach derselben Erhebung entfällt der größte Block — etwa 37,5 Prozent — auf Wohnen und Energie. Deine Zahlen werden anders aussehen. Genau das ist der Punkt. Der nächste Schritt ist unser Ratgeber Wo bleibt mein Geld?

Adam, Gründer von Martia

Vom Gründer

Eine Frage kommt oft: „Und wenn ich das Konto verbinde und mir nicht gefällt, was ich sehe?“ Berechtigt. Aber genau darum geht es. Nicht die App entscheidet, ob du zu viel im Restaurant lässt oder zu wenig zurücklegst. Martia zeigt dir die Zahlen, ohne Urteil, damit die Entscheidung bei dir bleibt. Die Wahrheit zu sehen, ist der erste Schritt. Was du daraus machst, ist deine Sache.

Kurze Empfehlung

  • Schnellster Weg: Open Bankingeinmal verbinden, danach kommen Umsätze und Kategorien von selbst
  • Wenn deine Bank fehlt: Import einer Umsatzdateifunktioniert mit jedem Institut, kostet dich aber jeden Monat einen Handgriff
  • Vor dem Verbinden: Zulassung als Kontoinformationsdienst prüfennur so ist sichergestellt, dass der Zugriff reines Lesen bleibt
  • Nach dem Verbinden: den ersten Monat abwartenVormerkungen und Lastschriften werden erst mit der Buchung vollständig sichtbar

Häufige Fragen

Ist es legal, mein Girokonto mit einer App zu verbinden?

Ja. Der Zugriff einer externen App auf dein Girokonto ist durch die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 geregelt und wird in Deutschland von der BaFin und der Deutschen Bundesbank beaufsichtigt. Die Richtlinie verpflichtet Banken, zugelassenen Kontoinformationsdiensten einen sicheren Zugang zu deinen Kontodaten zu gewähren — immer nur mit deiner ausdrücklichen Einwilligung. Das ist keine Grauzone und kein technischer Trick, sondern ein Recht, das du als Bankkundin oder Bankkunde seit Inkrafttreten der PSD2 hast. Die App bekommt dabei ausschließlich Lesezugriff auf Umsätze und Salden. Dein Onlinebanking-Passwort sieht sie nie, und eine Überweisung kann sie nicht auslösen.

Kann meine Bank die Verbindung zu einer externen App ablehnen?

Nein, solange die App ein zugelassener Kontoinformationsdienst ist und du die starke Kundenauthentifizierung deiner Bank durchläufst. Die PSD2 verpflichtet alle Banken im Europäischen Wirtschaftsraum — Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, Deutsche Bank, Postbank, ING und alle anderen — einen Zugang für lizenzierte Drittanbieter bereitzustellen. Deine Bank darf eine zusätzliche Bestätigung verlangen, etwa eine TAN oder eine Freigabe in ihrer eigenen Banking-App. Sie darf den Zugang aber nicht blockieren, nur weil die App von einem anderen Anbieter kommt. Laut Konsentus waren Ende September 2025 im Vereinigten Königreich und im EWR 537 zugelassene Drittanbieter aktiv.

Was sieht die App, wenn ich mein Girokonto verbinde?

Sie sieht die Umsätze und Salden der Konten, die du freigegeben hast — Betrag, Buchungsdatum, Empfänger oder Auftraggeber und den Verwendungszweck. Sie sieht nicht dein Passwort, keine Produkte, die du nicht freigegeben hast, und sie kann keine Zahlung auslösen, keine Stammdaten ändern und kein Konto schließen. Der Zugriff ist regulatorisch auf Lesen beschränkt: Kontoinformationsdienste dürfen nach der PSD2 nichts anderes. Es sind exakt die Daten, die du ohnehin in deinem Kontoauszug siehst — nur dass sie automatisch sortiert werden, statt dass du sie abtippst.

Wie widerrufe ich den Zugriff einer App auf mein Konto?

Du hast zwei Wege, und beide wirken sofort. Erstens in der App selbst, meistens unter „Verbundene Konten“ — dort trennst du die Verbindung zu einer einzelnen Bank. Zweitens direkt im Onlinebanking deiner Bank: Banken müssen dir eine Übersicht der Drittanbieter zeigen, die Zugriff auf dein Konto haben, oft unter „Sicherheit“, „Freigaben“ oder „Zugriffsverwaltung“. Nach dem Widerruf kommen keine neuen Umsätze mehr an. Die Einwilligung läuft ohnehin von selbst ab und muss dann neu bestätigt werden. Der Widerruf löscht nicht automatisch die bereits importierten Daten — das ist in der Regel ein separater Schritt in den Einstellungen der App.

Funktioniert das mit Sparkasse, Volksbank, ING oder Deutsche Bank?

In aller Regel ja. Alle deutschen Institute mit Onlinebanking müssen wegen der PSD2 eine Schnittstelle für Kontoinformationsdienste anbieten — von der örtlichen Sparkasse über Volks- und Raiffeisenbanken bis hin zu Deutscher Bank, Postbank und ING. Der Ablauf ist überall gleich: Bank aus der Liste wählen, sich im offiziellen Anmeldefenster der Bank anmelden, Lesezugriff bestätigen. Unterschiede gibt es nur beim Bestätigungsverfahren — mal eine TAN, mal eine Freigabe in der Banking-App deiner Bank. Martia verbindet sich über Enable Banking mit Banken in ganz Europa und im Vereinigten Königreich; taucht dein Institut nicht auf, hilft übergangsweise der CSV-Import.

Kann die App Geld von meinem Girokonto überweisen?

Nein. Eine Budget-App, die per Open Banking angebunden ist, arbeitet als Kontoinformationsdienst — eine Kategorie der PSD2, die ausschließlich das Lesen von Umsätzen und Salden erlaubt. Für das Auslösen von Zahlungen braucht es eine völlig andere Erlaubnis — die als Zahlungsauslösedienst. Die meisten Budget-Apps beantragen diese gar nicht erst. Selbst wenn du eine Überweisung über die App autorisieren wolltest, ließe die technische Anbindung das nicht zu. Überweisungen, Daueraufträge und Rücklastschriften bleiben da, wo sie hingehören: in deinem Onlinebanking.

Warum sehe ich nach dem Verbinden nur die letzten Monate meiner Umsätze?

Weil die Regeln des Open Banking genau das vorsehen. Die Delegierte Verordnung (EU) 2018/389 zur PSD2 lässt eine Abfrage ohne erneute starke Kundenauthentifizierung nur für Kontodaten zu, die nicht älter als 90 Tage sind. Was davor liegt, liefert die Bank über diese Schnittstelle gar nicht erst aus. Auch noch nicht gebuchte Vormerkungen — etwa eine Reservierung an der Tankstelle oder im Hotel — erscheinen mit Verzögerung, weil sie erst mit der endgültigen Buchung fest werden. Brauchst du eine längere Historie, exportierst du sie als Datei aus dem Onlinebanking und importierst sie zusätzlich in die App.

Was bedeuten SVWZ+, EREF+ und MREF+ in meinem Kontoauszug?

Das sind SEPA-Feldkennungen, die im Verwendungszweck landen und für Maschinen gedacht sind, nicht für dich. SVWZ+ leitet den eigentlichen, lesbaren Verwendungszweck ein — das ist das Feld, das zählt. EREF+ ist die Ende-zu-Ende-Referenz, KREF+ eine Kundenreferenz, MREF+ die Mandatsreferenz einer Lastschrift und CRED+ die Gläubiger-Identifikationsnummer des Zahlungsempfängers, etwa in der Form DE98ZZZ09999999999. Eine gute Budget-App liest den SVWZ+-Teil aus und ignoriert den Rest. Deshalb steht in der App „Stadtwerke“ statt einer Zeile aus Großbuchstaben, Kürzeln und Referenznummern.

Quellen und Literatur

  • Europäisches Parlament / Rat der EU (2015), Richtlinie (EU) 2015/2366 (PSD2) — Rechtsrahmen für Open Banking, Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienste, eur-lex.europa.eu
  • Europäische Kommission (2018), Delegierte Verordnung (EU) 2018/389 — technische Regulierungsstandards zur starken Kundenauthentifizierung; Artikel 10 begrenzt die Abfrage ohne erneute Authentifizierung auf Kontodaten der letzten 90 Tage, eur-lex.europa.eu
  • Europäisches Parlament / Rat der EU (2024), Verordnung (EU) 2024/886 — Echtzeitüberweisungen im Euro, Empfang ab 9. Januar 2025, Versand und Empfängerüberprüfung ab 9. Oktober 2025, bundesbank.de
  • girocard (2025), Jahreszahlen 2024 — rund 7,9 Milliarden Girocard-Zahlungen, plus 5,6 Prozent gegenüber 2023, rund 90 Prozent kontaktlos, girocard.eu
  • Statistisches Bundesamt (2025), Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 — private Konsumausgaben (PD25_438): 3.030 Euro je Haushalt und Monat, Wohnen und Energie rund 37,5 Prozent, destatis.de
  • Eurostat (2025), Sparquote der privaten Haushalte 2024 — Deutschland 20,0 Prozent, höchster Wert in der EU, ec.europa.eu
  • Konsentus (2025), Q3 TPP Open Banking Tracker — 537 zugelassene Drittanbieter im Vereinigten Königreich und im EWR, Stand September 2025, konsentus.com
  • EHI Retail Institute (2025), Online-Payment 2025 — Zahlungsanteile im deutschen Onlinehandel, PayPal rund 28,5 Prozent, Klarna führend bei Rechnungs- und Ratenkauf, de.statista.com
  • Enable Banking (2026), Bank Account Data — Überblick — zugelassener und von der finnischen FIN-FSA beaufsichtigter Kontoinformationsdienst, enablebanking.com

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